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Alter Jüdischer Friedhof

Inmitten von verschieden geformten Grabsteinen werden an diesem besonderen Ort Geschichten des Jüdischen Prags erfahrbar. Hebräische Inschriften und Symbole geben Einblicke in das Leben von verschiedenen Persönlichkeiten und berichten über erschütternde Lebenswege und Schicksale. Die ein Hektar große Grünfläche ist vollständig mit uralten Grabsteinen übersät. Während einige aufgrund ihres Alters bereits deutliche Verwitterungsspuren zeigen, sind andere fast vollständig im Erdboden versunken. An diesem mystischen Ort gleicht kein Grabstein dem anderen.

Inmitten der Prager Altstadt

Auf der rechten Moldauseite und im Zentrum der Prager Altstadt befindet sich das ehemalige jüdische Viertel mit dem Alten Jüdischen Friedhof. Umgeben wird er von einer hohen Mauer und der Pinkas- und Klaus-Synagoge. Diese Sehenswürdigkeit ist etwas ganz Besonderes, denn sie zählt zu den ältesten jüdischen Begräbnisstätten in ganz Europa und gewährt tiefgehende Einblicke in die jüdische Begräbniskultur.

Zahlreiche Gräberschichten

Der Alte Jüdische Friedhof wurde im 15. Jahrhundert eingerichtet und ist in seiner Größe bis heute weitgehend erhalten geblieben. Das älteste Grab stammt vom Dichter Avigdor Kara aus dem Jahr 1439. Trotz einiger Flächenerweiterungen reichte der Platz bald nicht mehr aus, sodass die Toten in Gräberschichten übereinander begraben wurden. Heute bestehen an einigen Stellen bis zu zwölf Schichten. Deshalb ist auch die Gesamtzahl derer, die hier ihre letzte Ruhe fanden umstritten. Heute zählt der Friedhof 12.000 Grabsteine, doch man geht insgesamt von rund 100.000 Begrabenen aus.

Der Wundertäter Rabbi Löw

Das Grab von Rabbi Löw stammt aus dem Jahr 1609 und zählt zu den bekanntesten Gräbern des Friedhofs. Bis heute kreisen viele Legenden und Sagen um die Persönlichkeit des Geistlichen und Gelehrten. Er gilt als Erschaffer der sagenhaften Prager Golem-Figur, einem aus Lehm geformten künstlichen Wesen. Dieses wurde vor allem dafür erschaffen, um dem Rabbi und den Prager Juden Aufgaben zu erfüllen und Hilfe zu leisten.

Löw ging auch unter dem Namen „Wunder-Rabbi“ in die Sagenwelt ein. Ihm wurde nachgesagt, dass er die Fähigkeit besäße Wünsche der Prager Juden zu erfüllen. Viele Besucher des Jüdischen Friedhofs glauben auch heute noch an diese Geschichte. Deshalb hinterlassen sie kleine Zettel mit ihren Wünschen am Grab des „Wunder-Rabbis“ in der Hoffnung sie mögen in Erfüllung gehen.

Die letzten Bestattungen

Da nach jüdischem Glaubensgesetz eine Auflösung der Stätte und somit eine Störung der Totenruhe nicht gestattet war, wurden bis 1787 die jüdischen Einwohner Prags an diesem Ort bestattet. Im 19. Jahrhundert wurde in einem anderen Prager Stadtteil der Neue Jüdische Friedhof eingerichtet. Der Alte Jüdische Friedhof jedoch ist eine besondere Sehenswürdigkeit in Prag, da er seinen Besuchern spannende Einblicke in eine 348 Jahre alte jüdische Begräbnistradition ermöglicht.

Weitere Infos

AdresseŠiroká 3, 110 00 Josefov, Tschechien
Telefon+420 222 749 211
Webseitewww.jewishmuseum.cz
GPS-Koordinaten50.0895, 14.4174