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Astronomische Uhr

An der Südwand des alten Rathauses in der Prager Altstadt befindet sich unter einem ausladenden Tabernakel, eine große Uhr, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Prags gehört.

Seit vielen Jahrhunderten ist sie in Betrieb. Äußerst schön anzusehen, zieht sie jeweils zur vollen Stunde eine große Schar Bewunderer an. Sie ist ein technisches Meisterwerk und besitzt mehrere übereinanderliegende und miteinander drehende Komponenten:

  • Ein Astrolabium mit
  • einem festen Ziffernblatt
  • umgeben von einem drehenden Ring

sowie drei Zeiger

  • Sonnenzeiger mit goldener Hand und Sonne
  • Mondzeiger mit dunkler Kugel
  • sowie ein drehendes Ziffernblatt mit Tierkreiszeichen

Das Uhrwerk beinhaltet mit seinem äußeren Beiwerk ein Wissen, das sonst so gut wie niemandem, nämlich nur Wissenschaftlern und Sternkundigen zur Verfügung standen. Wer etwas über die Zusammenhänge von Himmel und Erde erfahren wollte, der ging zur Astronomischen Uhr am Altstädter Rathaus.

Tatsächlich ist dies ein Werk von Mathematikern, Astronomen und Uhrmachern und ihre Entstehung verläuft in mehreren Etappen. Nach der Errichtung des Rathauses im 14. Jh. wurde das mechanische Uhrwerk ab 1410 nach den Plänen des Gelehrten Jan Šindel (1375–1458) von dem Uhrmacher Nikolaus von Kaaden (um 1350 – um 1480) ausgeführt. Šindel war ab 1409 Professor für Mathematik und Astronomie an der jungen Karls-Universität. Die Karls-Universität wurde 1348 von Karl IV. gegründet; sie ist die älteste Universität des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und eine der ältesten Universitäten überhaupt. Prag war seit der Kaiserkrönung Residenzstadt des Reiches und so wird verständlich, warum es einer Uhr bedurfte, die sämtliches Wissen über den Himmel und die Welt in sich vereinte. Denn wo sollte solch eine Uhr stehen, wenn nicht im Zentrum des Reiches? Auch oder vielleicht weil Karl IV. schon seit einigen Jahren verstorben und sein Sohn Wenzel IV. im Jahr 1400 abgewählt worden war.

Wie bei anderen astrologischen Uhren in Stralsund, Bern, Münster und Esslingen stehen solche komplexen Meisterwerke nicht nur für das Wissen ihrer Zeit. Oft im Kontext von Rathäusern und Kirchen zu finden, haben sie eine tiefere Bedeutung als memento mori („Gedenke des Todes“), dem Wissen um die Vergänglichkeit des Lebens. Himmel und Erde sind verbunden durch den Begriff der Zeit. Das war damals nicht anders als heute, nur haben sich die Werkzeuge und Begriffe verändert.

Umgeben wird das Zifferblatt von Maßwerk und Figuren aus der Werkstatt Peter Parlers. Im Jahr 1551 wurden Erweiterungen an der Uhr vorgenommen (Sonnenuhren, halbe Stunde). Unter dem astronomischen Zifferblatt ersetzt ein Kalenderblatt des tschechischen Malers Josef Mánes aus dem 19. Jh. ein älteres Kalenderblatt. Daneben stehen paarweise hölzerne allegorische Figuren: Philosoph und Engel, Astronom und Chronikschreiber.

Die Zwölf Apostel über dem astronomischen Zifferblatt wecken bei den Besuchern, die sich zur vollen Stunde einstellen, besonders großes Interesse, denn die Türen gehen auf und alle zwölf Figuren zeigen sich. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert. Außerdem erwachen die seitlichen Automatenfiguren zum Leben: Eitelkeit und Habsucht, Tod und Wollust. Der Hahn ganz oben kräht, der Tod wendet sein Stundenglas. Ein faszinierendes Schauspiel über das Vergehen der Zeit.

Öffnungszeiten

  • Montag: 11:00–22:00 Uhr
  • Dienstag: 09:00–22:00 Uhr
  • Mittwoch: 09:00–22:00 Uhr
  • Donnerstag: 09:00–22:00 Uhr
  • Freitag: 09:00–22:00 Uhr
  • Samstag: 09:00–22:00 Uhr
  • Sonntag: 09:00–22:00 Uhr

Weitere Infos

AdresseStaroměstské nám. 1, 110 00 Josefov, Tschechien
Telefon+420 236 002 629
Webseitewww.prague.eu
GPS-Koordinaten50.087, 14.4207