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Der Piazzale Michelangelo

Die Kunst bestimmte schon immer das Leben in Florenz. Die Stadt am Fuße grüner Hügel und zu beiden Seiten des aus den Apenninen zumeist träge durch die nördliche Toskana plätschernden Arno ist dank des Vermögens der Familie Medici zu einem wohl unvergänglichen Ruhm gelangt. Florenz ist fast schon überfrachtet mit der Schönheit mächtiger Kirchen und pompöser Paläste. Es ist schwer, sich in dieser Stadt einen Überblick über so viel Glanz zu verschaffen, doch den besten Blick auf die Kulisse erhält der Besucher von der Piazzale Michelangelo. Hier hat die Stadt ihrem wohl größten Sohn ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt, denn Michelangelo Buonarroti war der Sprössling eines florentinischen Beamten und arbeitete von seinem 13. Lebensjahr an in der Werkstatt des Domenico Ghirlandaio in Florenz, wo er insbesondere die Geheimnisse der Fresko-Kunst ergründete.

Über die Viale dei Colli zur Piazzale

Auf einem Hügel im Süden der zahlreichen historischen Gebäude entstand die Piazzale Michelangelo unter der Regie des Städteplaners und Architekten Giuseppe Poggi. Der wurde im Jahr 1864 mit strukturellen Veränderungen in Florenz beauftragt. In deren Folge ließ er einen Teil der historischen Stadtmauer einreißen, plante breite Ausfallstraßen und Plätze und verpasste seiner Heimatstadt den Charakter der Neo-Renaissance. Die Viale dei Colli wurde von Giuseppe Poggi zu einem Pracht-Boulevard mit schattigen Bäumen umgestaltet. Sie führt zum Piazzale Michelangelo, seinem planerischen Meisterwerk. Auf der Viale dei Colli verkehrte bis zum Jahr 1935 eine Straßenbahn, die Florenz mit San Casciano Val di Peso und Greve in Chianti verband.

Die Kopie von Michelangelos „David“

Die Piazzale, die mit „großer Platz“ zu übersetzen ist, erfreut sich wohl für alle Zeiten eines unverbaubaren Ausblicks auf die Schönheiten dieser Stadt. Wer sich den Weg über einen schmalen Pfad vom Ufer des Flusses ersparen möchte, kann die Piazzale mit dem Auto oder dem Bus ansteuern. Es gibt dort Parkplätze – aber auch eine immer größer werdende Anzahl an Verkaufsständen für Souvenirs aller Art. Im Jahr 1873 wurde dank der Unterstützung durch ein Ochsengespann Michelangelos berühmte Skulptur „David“ auf der Piazzale aufgestellt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um das Original, das sich in der Galleria dell‘ Accademia befindet, sondern um eine Kopie. Eine weitere Kopie ist im übrigen vor dem Palazzo Vecchio zu besichtigen.

Ein Wächter über Glanz und Gloria

Der „David“ nimmt eine dominierende Stellung auf der Piazzale Michelangelo ein. Für so manchen Betrachter hat „Davids“ Blick auf „seine“ Stadt einen symbolischen Charakter. So, als wäre dieser monumentale Körper in seiner Nacktheit der Wächter über Glanz und Gloria der Stadt Florenz. Auch der Entwurf der Loggia mit ihren neoklassizistischen Elementen stammt von Giuseppe Poggi. Ursprünglich war hier ein Museum als Würdigung des großen Meisters Michelangelo geplant, doch dazu kam es nicht. Statt dessen wurde in der Loggia auf der Piazzale ein Restaurant untergebracht. Die Repliken auf dem großen Sockel der Statue stellen Tag, Nacht, Dämmerung und Morgengrauen dar.

„Schau Dich um und sieh sein Denkmal“

Die Erinnerung an das Genie des Michelangelo wird in der Casa Buonarotti wachgehalten. Man passiert das Gebäude, unweit des Museums Bardini, wenn man sich für den Fußweg vom Ponte Vecchio und der Porta San Niccolò entscheidet, um zur Piazzale zu gelangen. Unterhalb der großen Plattform und dem Blick zur Kirche Santa Croce, zum Dom, dem Palazzo Fecchio und bis zu den fernen Hügeln bei Fiesole befindet sich im übrigen eine historische Inschrift, die an Poggis Werk erinnert. Sie lautet: „Giuseppe Poggi, Florentiner Architekt, schau Dich um, und sieh hier sein Denkmal…“

Weitere Infos

AdressePiazzale Michelangelo, 50125 Firenze FI, Italien
GPS-Koordinaten43.7629, 11.2651