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Invalidendom

Der Invalidendom, auf französisch Hotel des Invalides, ist eines der bekanntesten Gebäude von Paris. Er befindet sich im siebten Arrondissement der französischen Hauptstadt, südlich der Seine. Über die Brücke Pont Alexandre III kommend kann die goldene Kuppel des Doms direkt gesehen werden. Erbaut wurde die Anlage von Ludwig XIV., der sie als Zuhause für ehemalige Soldaten konzipieren ließ.

Bau und ursprüngliche Nutzung

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts sah sich der französische König einem Problem gegenüber: Viele Kriege hatten zahlreiche Soldaten als Invaliden zurückgelassen, die daraufhin nicht mehr in ihre alten Berufe und Leben zurückkehren konnten. Ludwig wurde bei seiner Entscheidung zur Errichtung des Invalidendoms wohl von zwei Faktoren getrieben: Zum einen hatte er Mitleid und Sympathie für die Soldaten, die bereit waren, ihr Leben für ihr Land und ihn selbst zu opfern. Zum anderen wurden die heimat- und mittellosen Soldaten zu einem Problem für die Gesellschaft. Sie waren durch den Kriegseinsatz zur Gewalt bereit und hatten eine Ausbildung an zahlreichen Waffen erhalten. Oft zogen sie als Banden durchs Land und raubten Bürger aus, um zu überleben.

Ludwig nahm sich Pläne aus dem Mittelalter zum Vorbild, wo vorgeschlagen wurde, verwundete Menschen in Klöstern unterzubringen. Er ließ von Liberal Bruant und Jules Hardouin-Mansart eine Anlage entwerfen, die die Invaliden umfassend versorgen konnte. Ein großes, zentrales Gebäude sollte als Gedächtnisstätte für gefallene Soldaten dienen. Wohnungen und Werkstätten wurden in einem Rechteck angeordnet rund um den zentralen Dom aufgebaut.

Die Werkstätten wurden so ausgestattet, dass die versehrten Soldaten dort weiterhin Arbeit verrichten konnten und so ihre Unterkunft und ihre Versorgung mit Arbeit zurückzahlen konnten. Auch regelmäßige Gottesdienste waren vorgesehen. Insgesamt ist die Anlage 390 Meter auf 450 Meter groß.

Die Wandlung des Invalidendoms

Der Invalidendom, der das zentrale Gebäude der Anlage darstellt, war ursprünglich nur als Kirche benutzt worden. Die „Chapelle Royale des Invalides“ wurde so entworfen, dass darin zwei Kirchen Platz hatten: Eine wurde für Besucher, die andere für die Einwohner der Anlage genutzt.
Als Napoleon Bonaparte 1821 im Exil auf der Insel St. Helena starb, äußerte er den Wunsch, an den Ufern der Seine bestattet zu werden. Zunächst verweigerte England diesen Wunsch, doch 1840 konnte die französische Monarchie Napoleon seinen letzten Wunsch erfüllen. Der Invalidendom wurde daraufhin umgebaut, eine Seitenkapelle wurde ausgehoben. Der Sarkophag, in dem Napoleon noch heute begraben liegt, befindet sich einige Meter unter dem eigentlichen Boden des Gebäudes und ist in einer runden Aushebung untergebracht. Besucher können durch Treppen auf das Niveau des Sarkophags hinuntersteigen, wo zwölf Säulen mit den wichtigsten Siegen Napoleons angebracht sind.

Auch die Brüder und der Sohn Napoleons sind im Invalidendom beigesetzt, sowie einige bekannte französische Generäle. Ferdinand Foch und Henri Giraud sind zwei dieser Generäle.
Die Unterkünfte für die invaliden Soldaten werden heute nicht mehr benutzt und der Invalidendom ist vor allem ein Ziel für Touristen. Mit seiner großen, goldenen Kuppel, die in einer langen Spitze endet, ist der Invalidendom eines der bekanntesten und auffälligsten Gebäude Paris‘ und kann bei einem Blick auf die Stadt sofort erkannt werden.

Nachts wird das Gebäude mit einem warmen orange-gelben Licht angestrahlt.

Weitere Infos

Adresse129 Rue de Grenelle, 75007 Paris, Frankreich
Telefon+33 1 44 42 38 77
Webseitewww.napoleon.org
GPS-Koordinaten48.8551, 2.3125