Fähren nach Irland

Routen, Preise & Tickets 2020

Es wird gesagt, wer das erste Mal nach Irland fährt, solle mit dem Schiff anreisen. Unbeschreiblich ist der Anblick, wenn sich Irlands grüne Küste nach einer Nachtfahrt im Morgengrauen aus dem Dunst erhebt. Neben dieser „seabridge“ kann die Grüne Insel jedoch genauso über die „landbridge“, die zunächst über Großbritannien führt und auch tagsüber stattfinden kann, erreicht werden.

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Wie komme ich mit der Fähre nach Irland?

Um von Mitteleuropa mit der Fähre nach Irland zu gelangen, gibt es grundsätzlich zwei Optionen:

  • Seabridge: die direkte Route vom europäischen Festland  oder
  • Landbridge: die Route über Großbritannien. Der erste Teil der Route (vom Festland nach Großbritannien) kann dabei entweder per Eurotunnel oder per Fähre nach England zurückgelegt werden.

Für beide Optionen gibt es mehrere Routen und Reedereien, die wir euch alle auf dieser Seite vorstellen.

Routen und Reedereien

Fähren von Frankreich nach Irland (Seabridge)

Fähren von Großbritannien nach Irland (Landbridge)

Fähren von Großbritannien nach Nordirland (Landbridge)

Irland per Seabridge

Direkte Fährverbindungen nach Irland gibt es (für eine Anreise aus Deutschland) nur von Frankreich. Von dort verkehren Schiffe verschiedener Reedereien von Cherbourg in der Normandie oder Roscoff in der Bretagne. Je nach Abfahrtsort in Deutschland muss eine Anfahrt von mindestens sieben Stunden eingeplant werden.

Größter Vorteil der Anfahrt über Frankreich liegt darin, das der längste Teil der Reise bequem auf dem Schiff zurückgelegt werden kann. Durch die Fahrt über Nacht spart man Zeit und eine Zwischenübernachtung.

1 Cherbourg – Rosslare (Stena Line)

Cherbourg – Rosslare (Stena Line)
Foto: Stena Line

Die Fähre Stena Horizon der schwedische Reederei Stena Line verbindet Cherbourg mit der irischen Stadt Rosslare am Südost-Zipfel Irlands. Die Schiffe legen am Abend in Frankreich ab und erreichen nach 16 Stunden Fahrt die Grüne Insel. Eine Überfahrt ist ab 184€ (inklusive Auto und Fahrer) möglich. Da es sich um eine Nachtfahrt handelt, muss eine Kabine oder ein Stuhl gebucht werden.

Die Überfahrt nach Rosslare bietet sich vor allem an, wenn die Reise an der Südküste fortgesetzt werden soll oder eine Weiterfahrt in den Südwesten geplant ist. Auch die Ostküste Irlands und die Wicklow Mountains lassen sich von der Hafenstadt aus gut erkunden. Dublin ist nach gut zwei Stunden Autofahrt zu erreichen.

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2 Cherbourg – Dublin (Irish Ferries)

Cherbourg – Dublin (Irish Ferries)
Foto: Irish Ferries

Auch die irische Reederei mit Sitz in Dublin bietet eine Verbindung ab Cherbourg an, allerdings nur noch direkt in die irische Hauptstadt Dublin. Die Route Cherbourg – Rosslare wurde zum Jahr 2019 eingestellt.

Je nach Saison verbinden zwei Schiffe der Reederei die beiden Städte bis zu vier Mal pro Woche. Die Überfahrt dauert mehr als 19 Stunden und kann in einer luxuriösen Kabine mit privatem Balkon oder in einem einfachen Ruhesessel verbracht werden. Angebote gibt es ab 79€ pro Person inklusive Mehrbettinnenkabine.

Eine Fahrt nach Dublin eignet sich vor allem für diejenigen, die Irlands Hauptstadt besuchen wollen oder die irische Ostküste entdecken wollen. Da die meisten Autobahnen sternförmig von Stadt aus ins Land laufen, sind auch der Westen und der Nordwesten von Dublin aus gut zu erreichen. 

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3 Roscoff – Cork und Roscoff – Rosslare (Brittany Ferries)

Roscoff – Cork und Roscoff – Rosslare (Brittany Ferries)
© Brittany Ferries

Wer über die Bretagne nach Irland Reisen will, kann dies von der bretonischen Hafenstadt Roscoff. Die französische Reederei Brittany Ferries liefert gleich zwei Optionen:

Die Route Roscoff – Cork ist mit 14 Stunden Fahrtzeit die schnellste Verbindung von Frankreich nach Irland. Die Überfahrt ist einmal pro Woche (jeweils am Freitag) möglich und eignet sich vor allem für Reisende, die die ehemalige Kulturhauptstadt Cork, den Süden oder den Südosten des Landes entdecken wollen.

Seit dem Frühjahr 2020 ersetzt die Verbindung Roscoff – Rosslare eine wöchentliche Überfahrt von Roscoff nach Cork. Die Kerry bringt ihre Passagiere jeden Dienstag innerhalb von 13 bis 16 Stunden in den Südosten Irlands.

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Irland per Landbridge

Für Reisende die eine lange Autofahrt nicht scheuen, der britischen Insel gerne einen Besuch abstatten wollen oder eine geringe Vorliebe für eine Seereise verspüren, ist die Landbridge eine gute Alternative zu der mehrstündigen Überfahrt per Schiff. Hierzu wird vom europäischen Festland – aus den Niederlanden, Belgien oder dem Osten Frankreichs – zunächst mit der Fähre nach England übergesetzt. Dann geht es quer durch Großbritannien in den Westen der britischen Insel. Von dort bringt eine Fähre die Reisenden auf die irische Insel.

Vorteile der Anfahrt über Großbritannien liegen neben der geringen Zeit an Bord eines Schiffes darin, dass neben Irland gleichzeitig England erkundet werden kann. Zudem spart man sich die teure Kabine, die bei einer Nachtfahrt hinzugebucht werden muss, da die Fahrten vom Festland auf die britische Insel und schließlich hinüber nach Irland auch tagsüber stattfinden. Allerdings sollte stattdessen eine Übernachtung auf der britischen Insel sowohl zeit- als auch kostenmäßig eingeplant werden.

Die einzelnen Überfahrten können getrennt voneinander bei der jeweiligen Reederei gebucht werden. Es gibt jedoch auch sogenannte Landbridge-Tickets. Irish Ferries kooperiert zum Beispiel mit Brittany Ferries und P&O Ferries. P&O selbst bietet ein sogenanntes Durchgangsticket an. Hier kann ab 173€ (inklusive Auto und Fahrer) zunächst von Hoek van Holland und anschließend auf einer der Fähren des Unternehmens nach Irland übergesetzt werden.

Von Großbritannien nach Irland

Sowohl Irish Ferries als auch Stena Line bieten eine Verbindung vom nordwalisischen Holyhead nach Dublin. Die Schiffe beider Unternehmen verkehren vier Mal täglich auf dieser Route und erreichen die irische Hauptstadt nach gut 3 Stunden Fahrtzeit. Irish Ferries setzt mit der Ulysses, die – gemessen an der Autokapazität – größte Fähre der Welt auf dieser Strecke ein. Stena Line bietet eine Fahrt ab 89€ an, Irish Ferries wirbt mit einer Überfahrt von der britischen Insel nach Irland für den Preis ab 93£ (etwas mehr als 100€), gibt jedoch nicht an, auf welche der Überfahrten der Reederei sich dieser Betrag bezieht. Gerade auf dieser Konkurrenzstrecke sollten die Angebote je nach Abfahrt usw. gründlich miteinander verglichen werden.

Vom südlichen Wales unterhält Irish Ferries eine weitere Verbindung nach Irland. Von Pembroke geht es zwei Mal am Tag innerhalb von 4 Stunden nach Rosslare. Eine Abfahrt ist am Morgen, um 8:45 Uhr, und am Abend, um 20:45 Uhr, möglich.

Auch Stena Line unterhält eine weitere Verbindung zwischen Wales und Irland. Ab 105€ kann zweimal täglich von Fishguard nach Rosslare übergesetzt werden. Kurz nach 13 Uhr geht es innerhalb von gut 3 Stunden hinüber zur Grünen Insel. Die Überfahrt am Abend, um 23:45 dauert etwas mehr als 4 Stunden. Für diese Nachtfahrt muss keine Kabine gebucht werden.

Von Liverpool nach Dublin (P&O)

P&O bietet ab Liverpool Tag- und Nachtfahrten nach Dublin an. Diese sind ab 97€ möglich – allerdings nicht für Passagiere ohne Fahrzeug. Auch Haustiere können derzeit (Stand Anfang Juli 2020) nicht auf dieser Strecke transportiert werden. Die Schiffe legen zweimal täglich – um 9:30 und um 21 Uhr – ab. Die Fahrt dauert 7,5 Stunden oder 8,5 Stunden in der Nacht. Dann muss zudem eine Kabine gebucht werden.

Von Großbritannien nach Nordirland

Wer von Großbritannien nach Nordirland übersetzten will, hat verschiedene Möglichkeiten.

Der Hafen von Belfast wird von den Schiffen der Stena Line auf zwei Routen angelaufen. Zum einen geht es zweimal täglich (außer montags, dann nur einmal) von Liverpool in die nordirische Stadt. Die Überfahrt ist ab 122€ als Tag- oder Nachtfahrt möglich. Die Schiffe legen um 10:30 oder um 22:20 ab und sind 8 Stunden unterwegs. Bei einer Nachtfahrt muss eine Kabine gebucht werden.

Wer vor seiner Reise nach Irland in Schottland unterwegs ist, kann vom schottischen Cairnryan (ab 115€ inklusive Auto und Fahrer) übersetzen. Eine Fahrt ist alle vier Stunden möglich und dauert etwas mehr als 2 Stunden.

Auch P&O nutzt den schottischen Hafen für eine Verbindung mit Larne, 30 Minuten nördlich von Belfast gelegen. Die Überfahrt dauert 2 Stunden und ist ab 114€ möglich.

Aufgrund der langen Anreise nach Cairnryan, lohnt sich eine Anfahrt über Schottland eigentlich nur, wenn der Irlandurlaub mit einem Aufenthalt in Schottland verbunden werden soll.

Welche Route der Landbridge ist am besten geeignet?

Welche Route gewählt wird, sollte vor allem davon abhängen, was auf der britischen Insel sehenswert erscheint. Wer schon immer mal nach Wales wollte, sollte in einem der walisischen Häfen in See stechen. Reisende, die sich mehr für das städtische Liverpool interessieren, können dort die Überfahrt antreten. Auch der Zielort kann entscheiden sein:

Eine Anreise nach Dublin eignet sich vor allem für Reisen in die irische Hauptstadt selbst, die Ostküste und für eine Weiterfahrt in den Westen.

Wer den Süden oder Südwesten Irlands bereisen will, sollte nach Rosslare übersetzen. Eine Reise nach Nordirland sollte einfachheitshalber auch dort begonnen werden. Belfast und Larne sind hier gute Ausgangspunkte, um den britischen Teil der irischen Insel zu entdecken. Auch das County Donegal ist am besten über einen der nordirischen Häfen zu erreichen. Aber auch eine Weiterfahrt von Dublin nach Nordirland ist innerhalb von zwei Stunden möglich. Ebenso kann eine nordirische Stadt angesteuert werden, um Dublin oder den Westen der Insel zu erreichen.

Mit einer Fahrtzeit von 2,5 Stunden ist die Verbindung Hull – Liverpool die kürzeste Route über Land. Für alle anderen Strecken müssen um die fünf Stunden Fahrt eingeplant werden.

Preise und Tickets

Fährverbindungen – vor allem mit eignem Fahrzeug und als Nachtfahrt (dann muss häufig eine Kabine hinzugebucht werden) – sind nicht günstig. Die Preise variieren je nach Zeit der Buchung, Abfahrtszeit, Saison und vielem mehr. Das gilt sowohl für die direkten Verbindungen als auch für die Routen über die britische Insel.

Preise sollten daher immer gut verglichen werden. Meist gilt: Je früher man bucht, desto günstiger ist die Überfahrt. Unter der Woche lässt sich meist preiswerter reisen, als am Wochenende. Wer zudem flexibel ist bezüglich Abfahrtstag und verschiedene Vorschläge durchstöbert, kann vor allem vor Beginn der Saison ein gutes Angebot finden.