Kiel

Reiseführer | Infos & Tipps 2024
Von der einst malerischen Hafenstadt haben die Bomben des Zweiten Weltkrieges nicht viel übrig gelassen und doch ist Kiel einen Besuch wert: Die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins ist das kulturelle Zentrum der Region und kommt mit vielen abwechslungsreichen Museen daher. Zudem lädt die bevölkerungsreichste Stadt des Bundeslandes mit mehreren Einkaufszentren und -straßen zum Shoppen ein. Aber vor allem das maritime Flair und die 16 Kilometer lange von grünen Hügeln gesäumte Förde verleihen Kiel eine gewisse Einzigartigkeit. Die Kais und die 3,5 Kilometer lange und damit Nordeuropas längste Uferpromenade, die Kiellinie, laden zum Flanieren und Staunen ein: Denn hier laufen die großen Fährschiffe, die ihre Passagiere nach Oslo, Göteborg und in andere skandinavische Häfen bringen, ein und aus.

Historische Gebäude – Der Rathausturm und die Nikolaikirche

Durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg sind in der Kieler Innenstadt und Umgebung heute nur noch wenige historische Gebäude erhalten. Sehenswert sind vor allem das Rathaus mit seinem Turm und die Nikolaikirche.
Der Rathausturm, ein 106 Meter hohe Glockenturm, ist das Wahrzeichen der Stadt, erbaut nach dem Vorbild des Markusdoms in Venedig. Zu jeder vollen Stunde ertönt ein Glockenspiel, das wiederum dem des Londoner Big Ben ähnelt.

Highlight des 1911 eingeweihten Turms ist eine Aussichtsplattform in 67 Metern Höhe, die bequem mit dem Aufzug zu erreichen ist. Auch im Innern wartet eine besondere Fahrstuhlfahrt: Ein Paternoster bringt die Besucher und Angestellte in die oberen Etagen.

Die Nikolaikirche ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und wurde - je nach Quelle – im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut. Die dreischiffige gotische Hallenkirche aus Backstein ist die Hauptkirche von Kiel. Im 2. Weltkrieg wurde das Gotteshaus fast vollständig zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut. Teilweise wurde – wie bei der neugotischen Fassade, die im 19. Jahrhundert ergänzt worden war – an dem alten Stil festgehalten. Im Innern befinden sich ein Taufbecken aus Bronze aus dem 14. Jahrhundert, Freskenrest und ein sechs Meter hohes Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert und eine Barockkanzel, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

Ausstellungen: Museen, Aquarium und botanischer Garten

Kiel hat ein sehr vielfältiges Ausstellungsangebot. Viele Museen gehören zum Museumsverbund „museen am meer“, liegen zentral zur Innenstadt und sind kostenlos oder preisgünstig zu besuchen.

Kunstfans sind in der Kunsthalle zu Kiel ganz in ihrem Element. Mit 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, ist die Kunsthalle das größte Museum in Kiel und ein Muss für jeden Kunstliebhaber. 1.200 Gemälde, 300 Skulpturen und weitere Arbeiten wie Objekte, Fotos und Videos zeigen Kunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Tierliebhaber erhalten im Aquarium GEOMAR durch 15 Becken die heimische Unterwasserwelt können aber auch bunte Korallen und exotische Fische bewundern. Ein Highlight sind die Seehunde. Weniger lebendige Tiere sind im Zoologisches Museum zu bestaunen: Hier können Besucher einen Blick auf Walskelette, Tiefseeorganismen und präparierte Vögel werfen.

Naturliebhaber finden im 8 Hektar großen botanischen Garten 14.000 Pflanzenarten aus der ganzen Welt. Die Flora von Moor, Heide und Dünenlandschaften ist ebenso zu entdecken wie die des Mittelmeerraums und Gebirgen. In der Gewächshausanlage wartet zudem die Pflanzenwelt der Wüste und Tropen. Der botanische Garten ist der fünfte seiner Art, aber auch einer seiner Vorgänger ist als Alter botanischer Garten erhalten geblieben. Hier warten auf immerhin 2,5 Hektar unter anderem Mammutbäume, Ginkgobaum, Sumpfzypressen und zahlreiche weitere Pflanzenarten.

Maritim wird es im Schifffahrtsmuseum in der ehemaligen Halle des Fischmarktes. Hier erhalten die Besucher Einblicke in den Alltag des Kieler Hafens, die maritime Geschichte der Stadt und den Segelsport. Veranschaulicht wird dies mit Exponaten wie historischen Fotos, Schiffsmodellen, Navigationsinstrumenten und anderen nautischen Instrumenten, Galionsfiguren und einem Echolot. An der Museumsbrücke liegen drei Museumsschiffe: ein Seenotrettungskreuzer, Feuerlöschboot und ein Tonnenleger.

Schifffahrt und maritimes Flair

Wer maritimes Flair nicht nur im Museum erleben will, ist in Kiel genau richtig. Neben den Fähranlegern, die sich unweit der Innenstadt befinden, ist auch das Segelschulschiff der deutschen Marine, die Gorch Fock 2021 nach langen Reparaturarbeiten wieder an seinen Liegeplatz an der Kieler Förde zurückgekehrt.
Mehr als nur ein Segelschiff gibt es alljährlich im Juni zu bestaunen. Dann findet mit der
Kieler Woche das größte Segelsportereignis und das größte Sommerfest Nordeuropas statt. Während auf dem Wasser 400 Regatten, an denen Segler aus 50 Nationen teilnehmen, stattfinden, locken an Land Konzerte, Theater, Imbissstände und ein internationaler Markt mehr als 3 Millionen Besucher an. Highlight der Kieler Woche ist die Windjammerparade, an der zahlreiche große Segelschiffe, die sogenannten Windjammer, teilnehmen.

Einen weiteren Einblick in die Seefahrt erhält man an der Holtenauer Schleuse. Dort, im Norden der Stadt, mündet der Nord-Ostsee-Kanal in die Ostsee. Der 99 Kilometer lange Kanal, der bis nach Brunsbüttel führt, wird jährlich von 47.000 Frachtschiffen und Sportschifffahrtsbooten befahren und ist damit die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Von der Aussichtsplattform an der Schleuse hat man einen guten Blick auf die dicken Pötte.

Sonne, Strand und Förde

Wer aus seinem Aufenthalt in Kiel einen Strandurlaub machen will, findet im Norden von Kiel das Strandbad Schilksee und den Falckensteiner Strand. Dieser ist der Hausstrand der Stadt, ist naturbelassen und kommt mit feinem Sand und einem flachen Ufer daher, was in äußerst kinderfreundlich macht.
Noch etwas weiter nördlich liegt das Dorf Strande, das neben einem schönen Badestrand auch über eine Promenade und einen kleinen Hafen verfügt.

Außerhalb von Kiel

Ganz im Norden der Kieler Förde, etwa 20 Kilometer von Kiel entfernt, steht an der westlichen Einfahrt der schwarz-weiß geringelte Leuchtturm Bülk. Der Turm kann bestiegen werden und gewährt einen schönen Ausblick auf die Ostsee, die Förde und die Küste.
Auf der anderen Seite der Förde, am östlichen Ufer befindet sich der 5.000 Einwohner große Ort Laboe mit dem weithin sichtbaren Marine-Ehrenmal (etwa 20 km von Kiel). Der 72 Meter hohe Turm wurde von 1927 bis 1936 erbaut und sollte an die gefallenen Seemänner der kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg erinnern. Heute ist das Ehrenmal eine weltweit anerkannte Gedenkstätte für alle auf Seegebliebenen aller Nationen.
Eine in fast 85 Metern Höhe liegende Aussichtsplattform kann über 341 oder mit einem Fahrstuhl erreicht werden und gewährt einen atemberaubenden Blick. Im Innern wird unter anderem an die in den Weltkriegen gesunkenen Schiffe der deutschen Marine erinnert und über die Geschichte der Seeschifffahrt und die Seekriege informiert.

Einen Einblick in die Natur- und Kulturgeschichte von Schleswig-Holstein erhalten Besucher im Freilicht Museum Molfsee (etwa 8 km von Kiel). Auf dem Gelände sind Mühlen, Hofanlagen, Werkstätten und andere Bauten aus Urgroßmutter Zeit ausgestellt. Auf den Wiesen und Feldern leben alte Haus- und Nutztierrassen.

Wo liegt Kiel?

Kiel ist eine Stadt in Deutschland. Sie befindet sich ca. 295 km nordwestlich von der Hauptstadt Berlin entfernt. In Kiel leben ca. 247.000 Einwohner.

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