x

Chile

Reiseführer 2022

Chile ist ein Land im Südwesten von Südamerika. Von den Chilenen wird ihre Heimat auch "El ultimo rincón del mundo" genannt - der letzte Winkel der Welt. Und daran gibt es auch keinerlei Zweifel, denn wer sich die Landkarte Südamerikas betrachtet, der erkennt dort ein 4.300 Kilometer langes Land, das sich wie eine Schlange an den Pazifischen Ozean schmiegt. Wer Chile auf dem Seeweg von Europa erreichen möchte, der muss sich auf eine lange Reise gefasst machen, denn auch nach dem Bau des Panamakanals ist dieses Land immer noch 15.000 Kilometer entfernt.

Chile auf einen Blick

Einwohner18.055.000
LandesspracheSpanisch
Fläche756950 km2
KontinentSüdamerika
WährungChilenischer Peso (CLP)
NachbarländerPeru, Bolivien und Argentinien

Ratgeber Chile

Dass sich Landschaften nicht durch Grenzverläufe aufhalten, ist allbekannt. Das gilt natürlich auch auf der Schwelle zwischen Chile und Argentinien. Doch im Süden des Kontinents ist das eher nicht so. Während sich im argentinischen Patagonien eine schroffe Wüste ausbreitet, wachsen auf der chilenischen Seite zwischen Concepción und Puerto Montt dank des Reichtums an Regen dichte Wälder. Das Klima ist im Jahresschnitt gemäßigt, obwohl die Eiseskälte der Antarktis hier und da an den Fjorden zu spüren ist und sich dort Krüppelwald und Moore einstellen.

Der wirtschaftliche Kernraum des chilenischen Südens ist das Gebiet beiderseits der historischen Magalhaesstraße. Dort sind Schafwirtschaft und die Produktion von Erdöl vorherrschend. Wer die Ausdehnung dieses schmalen Landes begreifen will, sollte wissen, dass Chile der Länge der Strecke zwischen der südlichen Sahara bis zur Südspitze Norwegens entspricht.

Die jüngere Geschichte des Landes ist mit dem Schicksal des Arztes Salvador Allende verknüpft. Der wurde 1970 von den Chilenen zum Präsidenten gewählt und war das erste demokratisch gewählte marxistische Staatsoberhaupt in Amerika. Doch sein Versuch, mit friedlichen Mitteln sozialistische Reformen auf den Weg zu bringen, scheiterten und mündeten in einen Militärputsch. Von diesem Trauma und einer jahrelangen Diktatur des Militärs erholte sich das Land lange nicht. Die Menschen in dem Hochgebirgsland der Kordilleren erstritten erst 1981 eine neue Verfassung in einer präsidialen Republik mit einem Mehrparteiensystem. Die Rückkehr zur Demokratie erfolgte behutsam und mit ihr die Öffnung für den internationalen Tourismus.

Aber noch immer sind in Chile die Wege weit, und es ist ratsam, sich hin und wieder eines Flugzeuges zu bedienen. Die Hauptstadt Santiago ist die Heimat von 6,5 Millionen Menschen, und auf dem ersten Blick erkennt man in diesen Häuserschluchten nicht die Oasen. Der beste Blick auf die Metropole bietet sich vom Cerro San Cristóbal, der sich am Mapocho-Fluss erhebt und mit einer Seilbahn zu erklimmen ist. Bei guter Sicht erblickt man von der schneeweißen Marien-Statue sogar die Anden.

Dass in Chile auch Traditionen gepflegt werden, zeigt sich vor dem Palacio de la Moneda mit dem Wachwechsel der Palastgarde. Zu den eindrucksvollsten Museen Südamerikas zählt das Museo Chileno de Arte Precolombino mit einer Fülle von Exponaten aus vier Jahrtausenden indianischer Kultur. Faszinierend bei einer Rundreise durch Chile ist aber auch der Besuch des Nationalparks Torres del Paine mit seinem romantischen Pehoe-See vor einer grandiosen Bergkulisse. Feuerland nennt sich der tiefe Süden Chiles, doch mit Feuer hat diese Region wenig gemein. Hier dringen selten Sonnenstrahlen durch Wolkenberge, und das berüchtigte Kap Horn wurde über Jahrhunderte zum Seemannsgrab.