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Barrierefrei Urlaub machen: Das sind die Voraussetzungen

Am Strand das Meeresrauschen hören oder grandiose Aussichten auf dem Gipfel genießen: Reisen mit Handicap erfordert gute Planung. Wie barrierefreier Urlaub aussehen kann.

Reisen mit Rollstuhl ist heute kein Problem mehr. Dennoch sind immer noch nicht alle Unterkünfte barrierefrei. Eine gute Planung ist daher das A und O.

Barrierefrei Urlaub machen: So finden Sie die richtige Unterkunft

Gehbehinderte Menschen wollen es im Urlaub so einfach wie möglich haben, um wirklich zu entspannen. Die Basis ist eine barrierefreie Ferienunterkunft. Vor der Buchung sollten diese Punkte geklärt sein:

  • Gibt es Aufzüge?
  • Ist der Eingangsbereich sowie der Frühstücksraum barrierefrei?
  • Wo gibt es Stufen, die hinderlich sein könnten?
  • Sind Türen und Flure breit genug, um mit dem Rollstuhl durchzukommen?`
  • Ist das Bad ebenerdig gestaltet?
  • Bestehen Haltegriffe an der Badewanne und Toilette?
  • Wie hoch sind die Betten? Gibt es auch Pflegebetten?

Viele Hotels führen kaum oder gar keine behindertengerechten Zimmer. Daher setzen viele Reisende auf barrierefreie Ferienwohnungen.

So sieht eine barrierefreie Ferienwohnung aus

Zunächst müssen die Begrifflichkeiten geklärt werden. Barrierefrei und behindertengerecht sind nämlich nicht gleichzusetzen.

Was ist barrierefrei?

Barrierefrei ist als Begriff näher definiert. In der DIN-Norm 18040 ist zum Beispiel festgehalten, wie Räume aussehen müssen, damit sie in diese Kategorie fallen. Barrierefreiheit bedeutet, dass Häuser, Wohnungen, Arbeitsplätze und öffentliche Plätze ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Dazu zählen auch Verkehrsmittel und andere Angebote.

Was ist behindertengerecht?

Der Begriff behindertengerecht meint, dass eine Wohnung an die individuellen Bedürfnisse des Bewohners angepasst ist. Zum Beispiel ist die Wohnung vollständig mit dem Rollstuhl erschließbar. Oder es gibt einen Treppenlift für Menschen, die nicht mehr gut gehen können. In einer behindertengerechten Wohnung sind Tische, Herd und Toilette auch unterfahrbar, das heißt erhöht und mit Stützhilfe versehen.

In einer barrierefreien Ferienwohnung wurden die Bedürfnisse körperlich eingeschränkter Menschen berücksichtigt. Allerdings kann es sein, dass sie nicht zwingend mit einem Rollstuhl gut genutzt werden kann. Daher ist genaue Information vor der Buchung am Reiseort unerlässlich. In barrierefreien Wohnungen misst die Türbreite 80 Zentimeter. Für Rollstuhlfahrer ist eine Breite von 90 Zentimetern aber von Vorteil.

Barrierefreie Reise planen: Die Ankunft

Die Ferienunterkunft ist gefunden – der Urlaub kann beginnen. Wer nicht mit dem eigenen Auto anreist, kann auf Zug, Bus, Flugzeug oder Schiff zurückgreifen. Wichtig ist, die Einschränkung vorab bei der Reisegesellschaft oder der Bahn anzumelden. Das Personal kann planen und hilft beim Ein- und Ausstieg. Die Größe des Rollstuhls sollte beispielsweise angegeben werden. Reisende mit Handicap dürfen in der Regel zuerst ins Flugzeug steigen. Sicherheitskontrollen finden im Sitzen statt. Auch Busreisen sind auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe eingestellt. Herausnehmbare Sitze oder Lifte sind keine Seltenheit mehr. Doch auch hier gilt: Vorab nachfragen und planen.

Ausflüge mit Handicap planen

Reisen bedeutet fremde Kulturen kennenlernen und sich die Sehenswürdigkeiten vor Ort anschauen. Top-Länder gibt es hier in der Übersicht. Am besten informiert man sich vor der Reise online, welche Angebote es gibt und ob diese mit Gehbehinderung oder Rollstuhl erreichbar sind. Vor allem kulturelle Angebote wie Museen, Burgen und Parks sind mit barrierefreien Zugängen ausgestattet. Ärgerlich wird es, wenn Kopfsteinpflaster oder zu viele Stufen den Ausflug verderben. Auch hier lohnt sich nachfragen. Schon gewusst? In Deutschland gibt es die Kennzeichnung „Reise für alle“. An diesen Ausflugszielen können Menschen mit Beeinträchtigung ideal teilhaben. Die Kennzeichnung hilft, Unterkünfte, Restaurants oder anderen touristische Ziele ohne Einschränkungen auszuwählen. Das Zertifikat wurde ins Leben gerufen, um Orientierung zu schaffen und barrierefreie Angebote zu buchen.

Tipp: Hier finden Sie die schönsten deutschen Inseln.

Barrierefreier Urlaub: Richtig packen

Neben der Kleidung, sollten auch Medikamente richtig verpackt werden. Alle notwendigen Arzneien und Hilfsmittel sollten im Handgepäck verstaut werden. Sollte es zu einem Notfall kommen, sind die Reisemedikamente schnell zur Hand. Im Flugzeug ist oftmals Handgepäck bis zu sechs Kilogramm erlaubt. Medizinische Geräte werden von einigen Airlines auch kostenfrei transportiert.

Tipp: Medikamenten nehmen Sie am besten in der Originalverpackung und in Zip-Tüten mit in den Urlaub. Durch die transparenten Tüten ist alles schnell ersichtlich. Unnötiges Suchen wird vermieden.

Bei Reisen im Ausland gelten oft andere Bestimmungen für die Mitnahme von Arzneien. Informieren Sie sich vorab, was mitgeführt werden darf.

Reiseversicherung abschließen

Unverhofft kommt oft – leider auch im negativen Sinn. Erkranken kann man vor einer Reise immer. Daher ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll. Doch auch im Urlaub können Krankheiten oder Unfälle lauern. Eine Auslandskrankenversicherung ist sinnvoll. In vielen Fällen deckt die eigene Krankenversicherung schon Auslandsunfälle ab.

Insgesamt gibt es 80 Millionen Menschen in der EU, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. 37 Prozent der Reisenden mit Behinderung haben schon mal auf einen Urlaub verzichtet, weil es an barrierefreien Angeboten gemangelt hat. Das muss nicht mehr sein, denn Recherche ist wichtig und lässt an so gut wie jedem Ort eine passende Unterkunft finden. Der Ausbau von Wohnungen und Zimmern geht stetig voran. Es lohnt sich: 50 Prozent würden häufiger verreisen, wenn der Urlaub barrierefrei wird.