x

Klimaschutz durch nachhaltiges Reisen

Reisen wird zur Massenware: Eine Reise von Süddeutschland nach Nordrhein-Westfahlen dauerte kurz nach dem Krieg einige Tage lang. Denn ein Verkehrsnetz, wie wir es heute kennen, gab es damals nicht. Heute braucht man mit dem Flugzeug von München nach Düsseldorf kaum länger als eine Stunde. Nach Mallorca sind es gerade mal zwei Stunden – und das sogar zum Schnäppchenpreis. Kein Wunder, dass wir zu einem der reisefreundlichsten Länder der Welt geworden sind. Das kann man leider auch deutlich an unserer CO2-Bilanz ablesen.

Flugreisen belasten die Umwelt

Seit einiger Zeit meldet sich unser Umweltgewissen immer häufiger, vor allem, wenn wir den nächsten Urlaub planen. Denn kluge Menschen haben uns vorgerechnet, dass der klimaschädliche Fußabdruck jedes Deutschen heute bei 12,5 Tonnen CO2 pro Jahr liegt. Mehr als 2.300 Kilogramm pro Person im Jahr dürften es aber nicht sein, wenn wir den Klimawandel nachhaltig bremsen wollen. Das heißt, wir leben weit jenseits des vertretbaren Limits. Und ausgerechnet die geliebten Flugreisen verursachen enorme CO2-Emissionen.

Der Gedanke, auf die geliebten Urlaubsreisen zu verzichten, trifft die meisten Deutschen an einer sehr empfindlichen Stelle. Auch wenn sie die Umwelt schützen möchten, sind Urlaubsreisen für viele zu einem unverzichtbaren Fixpunkt in ihrem Leben geworden. Nach drei, vier Monaten in einem anstrengenden Job ist der Urlaub für sie ein seelischer Ausgleich, der ihren Stress abklingen und sie wieder zur Ruhe kommen lässt. Diesen Stern am Horizont, der sie aufrecht erhält, wenn sie spüren, dass sie wieder einmal reif für die Insel sind, möchten sie nicht aufgeben. Damit tut sich die Frage auf, ob es vielleicht möglich ist, beides, also Urlaub und Klimaschutz, unter einen Hut zu bringen.

Mehr erleben auf nachhaltigen Trips

So viel schon mal vorweg: Ja, es ist möglich, nachhaltig zu verreisen: Vorausgesetzt, man ist sich seiner Verantwortung für die Umwelt bewusst und achtet schon bei der Planung darauf, dass man Aktivitäten vermeidet, mit denen unnötig viel CO2 freigesetzt wird. Beispielsweise indem man einen Flug ohne Zwischenlandungen bucht, sofern es überhaupt ein Flug sein muss, denn viele Ziele erreicht man auch bequem mit anderen Verkehrsmitteln. Es lohnt sich durchaus, in Betracht zu ziehen, dass eine Reise mit der Bahn vielleicht sogar einmal eine reizvolle Alternative zu einer Flugreise wäre. So kann man die Welt einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.
Wenn das Reiseziel eine Insel ist oder ein Land, das man auf direktem Weg nur über das Meer erreicht, kommt eine Reise mit der Bahn oft nicht infrage, denn nur wenige Bahnstrecken sind durch unterirdische Tunnel oder lange Brücken mit dem jenseitigen Ufer verbunden. Aber hier gibt es fast immer Fähren und Fährverbindungen, mit denen man über das Meer kommt, ohne einen Flug zu buchen. Und auf diese Weise beträgt der CO2-Ausstoß nur einen Bruchteil dessen, was ein Flugzeug an Emissionen in die Luft abgibt.

Jeder muss Verantwortung übernehmen

Es zahlt sich weltweit aus, wenn jeder sich mit der Frage beschäftigt, welche alternativen Möglichkeiten es gibt, um eine schöne Urlaubsreise zu unternehmen, ohne das Schadstoffkonto unserer Luft weiter zu belasten. Und falls es wirklich nicht ohne Flugreise geht, sollte man sie an anderer Stelle durch eine gleichwertige CO2-Kompensation ausgleichen.