Das Liebfrauenmünster, auch unter dem französischen Namen Cathédrale Notre-Dame bekannt, ist ein weltbekanntes Kirchenbauwerk. Die Errichtung des 142 Meter hohen Bauwerks begann im Jahr 1015. Es folgten, bis zur Fertigstellung im Jahr 1330, viele weitere Bauabschnitte. Bekannt ist die Kathedrale vor allem für ihre bunte Fensterrose, die einen Durchmesser von 15 Metern hat und einen faszinierenden Eindruck hinterlässt.

Der grüne Strahl

Wer die Atmosphäre des Liebfrauenmünsters bei einer Besichtigung in Ruhe auf sich wirken lässt, wird einen rätselhaften grünen Strahl erkennen, der durch die großen Kirchenfenster des südlichen Seitenschiffs in das Innere fällt und je nach Sonnenlage bis zum Christuskopf des Kruzifixes an der Kirchenkanzel reicht. Ein beeindruckendes Spektakel, das allerdings nur wenige Tage im Jahr sichtbar wird. Nämlich immer an den ersten und letzten sonnigen Tagen des Jahres, wenn die Frühlings- und Herbstsonne im richtigen Winkel ihre Strahlen in das Kircheninnere schickt. Diese scheinen durch den grünen Schuh des Judas, der im verglasten Fenster einst verewigt wurde. Ein beeindruckendes Lichtschauspiel!

Kanzel, Silbermann-Orgel, Astronomische Uhr und Engelspfeiler

Die Kanzel, ein Meisterwerk der Spätgotik, wurde aus weißem Sandstein von dem Steinmetz Johannes Hammer, in mühevoller Handarbeit, errichtet. Die goldene Orgel wurde von dem bekannten Orgelbauer Andreas Silbermann Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Sie umfasst 2602 Pfeifen und 40 Register. Die Astronomische Uhr stammt aus dem Mittelalter und der Legende nach hat der Erfinder sein Geheimnis um den komplizierten Mechanismus nie preisgeben. Das alte Uhrwerk ist noch heute voll funktionstüchtig und wird einmal die Woche aufgezogen. Allerdings sollte man wissen, dass die Uhr nach dem Straßburger Meridian schlägt – somit schlägt es in Straßburg erst um 12:30 Uhr zu Mittag. Die vielen Figuren im Räderwerk sind ständig in Bewegung: Zu sehen sind die Apostel, die an Jesus vorüberziehen und beim vierten, achten und zwölften Apostels kräht laut die Stimme eines Hahns. Vor dem Uhrwerk stabilisiert ein Engelspfeiler das Gewölbe des Querschiffs. Der Pfeiler wurde zwischen 1220 und 1230 erschaffen und ist auch unter dem Namen Weltgerichtspfeiler bekannt. Die Skulpturen wurden von bekannten Bildhauern des 13. Jahrhunderts gestaltet. Zu sehen sind darauf: Das Weltgericht, der Jüngste Tag und nicht zuletzt Jesus auf dem Richterstuhl.

Turmbesteigung

Erklimmen Sie die 332 Stufen bis zur Aussichtsplattform des Südturms und genießen Sie den grandiosen Blick über Straßburg aus 66 Metern Höhe. Hinauf geht es über eine enge Wendeltreppe, hinunter geht es wiederum über eine zweite, im Turm befindliche Treppe. Der Aufstieg hat es in sich! Doch bei dem wunderschönen Ausblick, kommt man schnell wieder zu Atem und kann den Blick rundum genießen. Sie sehen die vielen kleinen Luken auf den Dächern der Altstadthäuser, die Menschen, die durch die engen Gassen laufen, das nahegelegene Europa-Parlament, die Rheinebene und bei guter Sicht können Sie sogar die Vogesen und den Schwarzwald in der Ferne erblicken. Der 142 Meter hohe Nordturm ist für Turmbesteigungen leider nicht zugänglich. Grund: Die bröckelige Münsterturmspitze. Die einstigen Restaurierungspläne mussten 2003 beendet werden.