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Nationalmuseum Prag

Wer Prag, die „Goldene Stadt“ an der Moldau, besucht, der stößt bei seiner Visite zwangsläufig auf das imposante Gebäude des Nationalmuseums. Es markiert einen Teil des historischen Wenzelplatzes und ist ein Highlight für alle, die sich für die Natur- und Kulturgeschichte des Landes interessieren.

Das Museum ist aber auch so etwas wie die zu Stein gewordene Erinnerung an eine wichtige Phase der tschechischen Geschichte, denn das Haus wurde zur Zeit der Nationalbewegung eröffnet. 1818 firmierte es unter dem Namen „Vaterländisches Museum in Böhmen“. Aristokraten des damaligen Königreichs stellten zum Start des Museums ihre umfangreichen Sammlungen zur Verfügung.

Große Schäden im „Prager Frühling“

Noch immer beherbergt das Prager Nationalmuseum Exponate aus der frühen Geschichte Böhmens, Mährens und der Slowakei. In wechselnden Ausstellungen widmet sich das Haus einem breiten Spektrum aus Zoologie, Anthropologie und Paläontologie. Einer der Pioniere des Museums war Graf Kaspar Maria von Sternberg, dem das Amt des Ersten Vorsitzenden in dem unübersehbaren Bau der Neorenaissance angetragen wurde. Erst im Jahr 1934 übertrug die bis dahin ausführende Museums-Gesellschaft ihr Patronat dem Staat. Schweren Schaden erlitt das Gebäude während des sogenannten „Prager Frühlings“ durch den Beschuss sowjetischer Besetzer, die irrtümlich annahmen, es handele sich dabei um den Sitz des Parlaments.

Das Skelett eines Finnwals

Zu den optischen Höhepunkten eines Rundgangs durch den Museums-Komplex zählt das rund zwanzig Meter lange Skelett eines Finnwals. Als die Sammlungen immer umfangreicher wurden, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einem Erweiterungsbau. Sieben Jahre dauerten die Renovierungsarbeiten, ehe am 28. Oktober 2018 das Haus mit einer Ausstellung über Tschechien und Slowakei wieder ihre Tore öffnete der der Öffentlichkeit mehr als zweihundert bedeutende Stücke aus diversen Sammlungen präsentierte. Im neuen Gebäude des Nationalmuseums war ehemals der Palast der Prager Börse untergebracht. Bis 1992 beherbergte es den Sitz der Bundesversammlung und später die Redaktionsräume des Radios „Freies Europa“.

Eine Ehrung aus Marmor für die Ewigkeit

Allein die Außenfronten des Nationalmuseums sind in Prag den Besuch wert. Allegorische Darstellungen der Regionen – einschließlich derer in Schlesien und Mähren – zieren die Vorderseite, deren Eingangsportal über eine hundert Meter lange Rampe erreichbar ist. An der Stirnseite findet der Besucher ein Relief, das der Gründung des historischen Klosters in Zbraslav zugeordnet wird. Außerdem wird dort an die Anfänge der Prager Karls-Universität erinnert. An den seitlichen Bereichen des Hauptturms erhielten auf vergoldeten Platten aus Marmor die wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Landes eine Ehrung für die Ewigkeit. Das Innere des Museums wurde vor allem durch Künstler gestaltet, die sich auch um die Ausstattung des Prager Nationaltheaters verdient machten.

Das Wunder der Evolution wird lebendig

Durch die Erweiterung des Nationalmuseums wurde Platz geschaffen für Ausstellungen der besonderen Art. Beifall der Besucher findet neuerdings ein Kindermuseum. Die Wunder der Evolution werden im zweiten Stock mit Exponaten tierischer Geschöpfe lebendig. Unter anderem durch Darstellungen der Entwicklung des prähistorischen Lebens bis hin zu den Säugetieren. Der Geschichte des 20. Jahrhundert mit allen Verwicklungen von Politik und Wirtschaft wird im vierten und fünften Stock viel Platz eingeräumt. Aber auch die Historie der Menschheit von den Neandertalern bis in die Neuzeit ist ein Schwerpunkt dieses interessanten Museums an der Moldau.