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Ponte de 25 Abril

Die Brücke des 25. April ist eines der Wahrzeichen der Stadt Lissabon. Der Name der imposanten Hängebrücke erinnert an den Tag im Jahr 1974, als die sogenannte „Nelken-Revolution“ das seit fast einem halben Jahrhundert in Portugal autoritäre Regime des Estado Novo beendete.

Die rote Nelke wurde zum Symbol einer neuen Zeit, denn die Bevölkerung steckte Blumen in die Gewehre der Soldaten. Die Brücke hatte im Laufe ihrer Geschichte mehrere Namen: Ponte sobre o Tejo, Ponte Salazar und schließlich Ponte de 25 Abril. Sie überquert den Tejo, der als Fuente Garcia in den Höhen der Montes Universales entspringt und in Lissabon nach tausend Kilometern den Atlantik erreicht.

Golden Gate Bridge als Vorbild

Hoch über der Ponte de 25 Abril hält eine Christus-Statue die schützende Hand über ein gewaltiges Bauwerk. Es hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Golden Gate Bridge in San Francisco. Selbst die Farbe der Brückentürme und der zahlreichen Stützen sind dem Vorbild am Pazifik nachempfunden. Die 2.278 Meter lange hängende Konstruktion verbindet die Lissaboner City mit der Vorstadt Almada. Siebzig Meter über den Fluten des Tejo befahren Tag für Tag um die 150.000 Autos die Brücke. Sie spielte im Jahr 1969 als einer der Schauplätze des James-Bond-Streifens „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ eine Rolle.

Die Eisenbahn unter der Fahrbahndecke

Die Ponte de 25 Abril ist eine der Hauptverkehrsadern der portugiesischen Metropole und verfügt über eine Eisenbahnlinie unter der Straßendecke. Lange wurde an diesem westlichen Ende der Iberischen Halbinsel darüber nachgedacht, ob es eine Alternative zum einst florierenden Fährbetrieb zwischen den beiden Ufern des Tejo, der jenseits der Brücke zu einem vier Kilometer breiten Strom wird, geben könne. Erst die fortschreitende Industrialisierung und die Verarbeitung des Eisens bescherte den Planern der Ponte die Erkenntnis, dass das Wagnis einer Hängebrücke gelingen könnte.

Das Kreditangebot der Amerikaner

In der Mitte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts reiften die Vorstellungen und mündeten in der Ausschreibung eines internationalen Wettbewerbs. Eingereicht wurden allerdings nur vier Angebote. Zwar kam der innovativste aller Vorschläge aus Deutschland, doch den Zuschlag erhielt das amerikanische Architekturbüro David B. Steinman, weil es in der Lage war, den Portugiesen das beste Kreditangebot zu unterbreiten. Und das war angesichts der schwächelnden Wirtschaftskraft des Landes ein wichtiger Faktor.

Ein achtzig Meter tiefes Fundament

Im November 1962 erfolgte der erste Spatenstich des für Lissabon epochalen Projekts mit Fundamenten, die am Ufer des Tejo bis in eine Tiefe von fast achtzig Metern gepresst wurden. Der Stahl für die Fachwerkträger und für die Pylone wurde ausschließlich aus den Vereinigten Staaten ins Land gebracht. Annähernd dreitausend Arbeiter waren mit dem Bau beschäftigt. Die Brücke wurde am 6. August 1966 eingeweiht und erhielt zunächst den Namen „Ponte Salazar“ nach dem amtierenden Machthaber und Diktator Antonio de Oliveira Salazar, der 1970 verstarb. Für die Einwohner Lissabons ist das stählerne Wunderwerk über dem breiten Fluss lediglich die „Ponte“. Seit der Einweihung führt die Autobahn A2/IP7 über die Brücke. Einmal im Jahr wird sie für den Autoverkehr gesperrt – dann findet hier der Start zum traditionellen Lissaboner Halbmarathon statt.

Weitere Infos

AdressePte. 25 de Abril, Lisboa, Portugal
Telefon+351 21 294 7920
Webseitewww.lusoponte.pt