Die Rabenbrücke

Pont du Corbeau

Die im Elsass gelegene Stadt Straßburg hat eine lange Geschichte vorzuweisen. Beim Schlendern durch die Gassen der Altstadt kann man sich gut vorstellen, wie es hier im Mittelalter einmal ausgesehen haben mag. Beliebte geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel der Straßburger Münster (die Cathédrale Notre-Dame), das Palais Rohan, in der einst die Straßburger Bischöfe residierten, und auch die Rabenbrücke.

Die Geschichte der Rabenbrücke

Die Rabenbrücke wird auch Schindbrücke oder Pont du Corbeau genannt. Die Brücke war im Mittelalter Schauplatz für vieler Hinrichtungen gefangen genommener Verbrecher. Die Verbrechen, die auf der Rabenbrücke mit dem Tod bestraft wurden, sind zahlreich. Sowohl Mörder als auch Ehebrecherinnen wurden häufig in einen Sack gesteckt und von der Brücke in den Fluss, die Ill, geworfen. Dort ertranken sie dann jämmerlich. Kindermörderinnen und unehrliche Kaufleute sperrte man oft in einen Käfig, der dann von der Brücke aus ebenfalls in den Fluss getaucht wurde. Damals wurden die Abwässer des nahe gelegenen Schlachthauses in die Ill geleitet, was das Ganze noch etwas unangenehmer machte. Und wie kam die Rabenbrücke nun zu ihrem Namen? Raben gab es in Straßburg reichlich. Die Vögel warteten nur darauf, dass man die Leichen wieder aus dem Fluss zog und sie sich dann über ihre Überreste hermachen konnten.

Die Raben von Straßburg

Die pechschwarzen Vögel wurden im Mittelalter mitunter als schlechtes Omen gedeutet oder aber man glaubte, sie können die Zukunft vorhersagen. In Straßburg konnte man Raben zuhauf antreffen und so verdankt nicht nur die Rabenbrücke ihren Namen den schwarzen Vögeln. Auch der Rabenplatz, der place du corbeau, und der Rabenbrunnen wurden nach ihnen benannt.