Tower Bridge

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Die Tower Bridge ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von London und zudem eine der bekanntesten Brücken weltweit. Auf einer Länge von 244 Metern überspannt die berühmte Klappbrücke die Themse. Ihren Namen erhielt die im Jahre 1894 ihrer Bestimmung übergebene Brücke vom Tower of London, welcher sich in ummittelbarer Nachbarschaft der Tower Bridge befindet.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm der Verkehr in Londons Hafenviertel drastisch zu und es machte sich ein Brückenbau notwendig. Für den Bau der Tower Bridge wurden mehr als 50 Vorschläge eingereicht. Der Bau einer herkömmlichen Brücke kam dabei nicht in Frage, denn es musste weiterhin der Schiffsverkehr ermöglicht werden. Es dauerte mehr als zehn Jahre, bis alle Projekte geprüft waren und der Vorschlag von Stadtbaumeister Horace Jones, selbst Mitglied der damaligen Jury, genehmigt wurde.

Die Grundsteinlegung für das Bauwerk erfolgte im Juni 1886. An der Errichtung des Brückenbaus waren 432 Arbeiter aus fünf Firmen beteiligt. Damit die gewaltige Konstruktion Halt bekam, mussten zwei 70.000 Tonnen schwere Pfeiler in der Themse versenkt werden. Die Türme und die Fußgängerbrücken bestehen aus einer Stahlkonstruktion. Hiefür wurden 11.000 Tonnen Material verbaut. Um die Optik der Brücke zu verbessern, erhielten die Türme eine Verkleidung aus Portland-Kalkstein. Der Fürst von Wales und spätere König Eduard VII. eröffnete die Tower Bridge am 30. Juni 1894. Anlässlich des silbernen Thronjubiläums von Queen Elisabeth II. wurden die Metallteile der Tower Bridge in den britischen Nationalfarben gestrichen. Die rot-weiß-blaue Farbgestaltung wurde bis heute beibehalten.

Eine Besonderheit der Tower Bridge ist die Kombination aus Hänge- und Klappbrücke. Den markanten Blickfang stellen die beiden 65 Meter hohen Brückentürme dar. Zwischen beiden Türmen besteht ein Fußgängerübergang. Damit auch große Schiffe weiterhin die Themse passieren können, können die Baskülen der Tower Bridge innerhalb von zwei Minuten bis zu einem Winkel von 86 Grad hochgeklappt werden.

Die Fußgängerbrücken wurden nach Eröffnung der Tower Bridge zu einem Anziehungspunkt für Taschendiebe und Prostituierte. Daher wurden die Brücken im Jahre 1910 für den öffentlichen Betrieb geschlossen. Erst Anfang der 1980er Jahre wurden die Fußgängerbrücken wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Heute befinden sich hier ein Museum und ein beliebter Aussichtspunkt auf die Skyline von London. Das Brückenmuseum beherbergt zahlreiche Dokumente zum Bau und zur Geschichte der berühmten Brücke. Um auf die Fußgängerstege zu gelangen, müssen Touristen zunächst die Treppenstufen im Inneren der Türme erglimmen und dabei einen Höhenunterschied von 34 Metern überwinden. Als besondere Attraktion wurde ein elf Meter langer Bereich der Fußgängerbrücke im Jahre 2014 mit einem Glasboden ausgestattet.

Die Klappbrücke funktioniert mit Hilfe eines hydraulischen Systems, welches anfänglich auf Wasserdruck basierte. Zwei Kolbendampfmaschinen pumpten damals unter Druck Wasser in riesige Druckspeicher. Dass sich die Fahrbahnen in wenigen Minuten hochklappen ließen, galt im ausgehenden 19. Jahrhundert als Meisterleistung des technischen Fortschritts. Erst in den 1970er Jahren wurde von Wasser- auf Ölhydraulik umgestellt. Auch wenn heute mit elektrischen Pumpen gearbeitet wird, kann das ursprüngliche Maschinenhaus mit den heute nicht mehr in Betrieb befindlichen Dampfmaschinen von Touristen besichtigt werden.

Die Tower Bridge wird nicht immer komplett ausgeklappt, sondern lediglich so weit, wie es für das jeweilige Schiff, welches den Durchgang passieren möchte, notwendig ist. Lediglich bei großen Kreuzfahrtschiffen macht sich die komplette Öffnung notwendig. Bei den meisten kleineren Ausflugschiffen ist es nicht notwendig, die Baskülen zu öffnen. Daher kann das Hochklappen der Tower Bridge von Touristen immer seltener beobachtet werden. Etwa 1.000 Mal pro Jahr werden die zahlreichen Zuschauer heute noch Zeige des Schauspiels.

In seltenen Fällen wird die Tower Bridge auch zu offiziellen Anlässen geöffnet, so geschehen im Juni 2012, anlässlich des 60. Thronjubiläums von Queen Elisabeth II. Die Tower Bridge zählt zur inneren Ringstraße Londons und ist daher stark frequentiert. Täglich passieren etwa 40.000 Fahrzeuge die Brücke. Die Befahrung der Brücke ist nicht mautpflichtig. Wer die Tower Bridge befährt, muss sich an eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 32 km/h halten.