UNESCO Welterbestätten in Dänemark

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Mit beeindruckenden Landschaften und einer mehr als 1000-jährigen Geschichte ist Dänemark ein vielseitiges Reiseziel für Familien, Naturliebhaber und Kulturinteressierte. Seit 1994 wurden von der UNESCO 7 Orte in Dänemark zu Weltstätten erklärt: 5 Kulturdenkmäler und zwei Naturdenkmäler. Auf dieser Seite stellen wir diese ganz besonderen Plätze vor.

  1. Jelling
  2. Der Dom zu Roskilde
  3. Schloss Kronborg
  4. Die Brüdergemeine in Christiansfeld
  5. Parforcejagdlandschaft in Nordseeland
  6. Steilküste von Stevns Klint
  7. Dänisches Wattenmeer

Jelling

Die Wikingerstätte Jelling in Dänemark ist ein bedeutendes historisches Denkmal und wurde 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hier befinden sich die wichtigsten Denkmäler der Wikingerzeit in Europa, darunter zwei riesige Grabhügel, zwei Runensteine, die im 10. Jahrhundert von den Königen Gorm dem Alten und Harald Blauzahn errichtet wurden, sowie die Kirche von Jelling. Die beiden Runensteine gehören zu den wichtigsten historischen Zeugnissen Dänemarks. Sie wurden im 10. Jahrhundert von den dänischen Königen Gorm dem Alten und Harald Blauzahn errichtet und sind wichtige Symbole für den Übergang vom Heidentum zum Christentum in Dänemark. Auf dem älteren Stein wird zum ersten Mal das Wort "Dänemark" erwähnt, was ihn zu einem wichtigen Zeugnis der dänischen Geschichte macht. Der größere Stein ist 2,7 Meter hoch und zeigt auf der Vorderseite ein christliches Kreuz und auf der Rückseite eine Schlange und einen Tierkopf. Der kleinere Stein ist 1,6 Meter hoch und zeigt auf der Vorderseite ebenfalls ein Kreuz und auf der Rückseite eine mythologische Darstellung mit zwei Tieren. Beide Steine sind kunstvoll mit Runenschrift verziert und geben Einblick in die Sprache und Schrift der Wikingerzeit. Jelling zieht jährlich mehr als 150.000 Besucher an, die hier eine einzigartige Atmosphäre erleben können. Es ist ein Ort von großer Bedeutung für die dänische Geschichte und Kultur und ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.

Der Große Jellingstein wurde wahrscheinlich zwischen 960 und 985 errichtet.
 

Der Dom zu Roskilde

Der Dom von Roskilde liegt auf der dänischen Insel Seeland, etwa 20 km westlich von Kopenhagen. Er ist die bedeutendste Kirche Dänemarks und die traditionelle Grabstätte der dänischen Könige. Mit seinen reich verzierten Gewölben und dunklen Krypten bietet der Dom einen Einblick in 1000 Jahre dänische Geschichte. Der Bau der Backsteinkirche dauerte über 100 Jahre und wurde um 1280 mit dem gotischen Chor abgeschlossen. Der Dom von Roskilde spiegelt die wechselvolle europäische Architekturgeschichte der letzten 800 Jahre wider. Die vielen einzigartigen Königskapellen des Doms zeigen verschiedene Stile wie Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Neoklassizismus, Eklektizismus und Funktionalismus. Der Dom ist auch die erste gotische Backsteinkirche Skandinaviens und hat wesentlich zur Verbreitung der Backsteingotik beigetragen. Der Dom zu Roskilde ist ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt in Dänemark und wurde 1995 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Der Dom bietet den Besuchern die Möglichkeit, nicht nur die dänische Geschichte und Architektur zu entdecken, sondern auch die Gräber und Denkmäler der dänischen Könige und Königinnen zu besuchen.

Im Dom zu Rosklilde sind 40 dänische Könige und Königinnen begraben.
 

Schloss Kronborg

Schloss Kronborg ist eine Festung in Helsingør im äußersten Nordosten der dänischen Insel Seeland. Das Schloss ist auch unter dem Namen „Hamlet Castle“ bekannt, da William Shakespeare hier die Handlung seines Dramas Hamlet angesiedelt hat. Es ist eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler Nordeuropas und wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Anfänge des Schlosses gehen auf Erich von Pommern zurück, der 1420 an dieser Stelle eine erste Festung errichten ließ, um von den Schiffen, die den Öresund überquerten, den Sundzoll zu erheben. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg von König Frederik II. im Renaissancestil umgebaut und erweitert. Heute ist Schloss Kronborg ein nationales Kulturdenkmal und ein beliebtes Touristenziel in Dänemark. Es beherbergt mehrere Museen, darunter ein Museum für Seefahrtsgeschichte und ein Museum über Leben und Werk von William Shakespeare. Im Burghof finden regelmäßig Theateraufführungen statt, und es werden Führungen durch die prachtvollen Räume der Burg angeboten.

Schloss Kronborg. Von der Zitadelle aus hat man einen herrlichen Blick über den Öresund und die schwedische Küste.
 

Die Brüdergemeine in Christiansfeld

Die Herrnhuter Siedlung Christiansfeld wurde 1773 von der Herrnhuter Brüdergemeine auf einem königlichen Gut in Tyrstrup bei Kolding gegründet. Die Siedlung entstand auf einem barocken, rechtwinkligen Straßennetz mit einer Lindenallee als Hauptachse und umfasste ein Brüder- und ein Schwesternhaus, eine Kirche, eine Mädchen- und Jungenschule, ein Witwenhaus, eine Apotheke, ein Spritzenhaus und das Pastorat. Christiansfeld erhielt einen besonderen Verwaltungsstatus und gehörte nicht zur Nachbargemeinde Tyrstrup, sondern wurde von der Brüdergemeine selbst verwaltet. Der Ort hatte den Status eines Fleckens und die Bürger genossen zahlreiche Privilegien, wie z.B. Zollfreiheit. Die Herrnhuter Kirche in Christiansfeld besticht durch ihre Schlichtheit. Der Raum ist ganz in Weiß gehalten, enthält kaum Ornamente und wird bis heute nur von Kerzen erhellt. Die Architektur der Siedlung spiegelt den einfachen Lebensstil der Brüdergemeine wider, auf dem Friedhof wird nach Geschlechtern getrennt bestattet. Alle Gräber sind nach Osten ausgerichtet, die Grabsteine sind schlicht und einheitlich, als Ausdruck der Gleichheit aller Menschen im Tode. Christiansfeld erhielt seinen Namen aus Dankbarkeit gegenüber König Christian VII. und seine besondere administrative Stellung machte es zu einem einzigartigen Ort in Dänemark. Die Herrnhuter Siedlung ist bis heute gut erhalten und wurde 2015 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Christiansfeld ist die einzige vollständig erhaltene Herrnhuter Siedlung in den ehemaligen Herzogtümern Schleswig und Holstein.
 

Parforcejagdlandschaft in Nordseeland

Die Parforcejagdlandschaft Nordseeland ist eine einzigartige historische Kulturlandschaft im Norden der dänischen Insel Seeland. Hier wurden im 17. und 18. Jahrhundert von den dänischen Königen spezielle Landschaften für die Parforcejagden angelegt. Den Kern der Landschaft bildet ein Netz aus breiten Hauptalleen, die von kleineren Wegen und Kanälen durchzogen sind. Die Hauptalleen führen zu den Hubs, in denen die Jagd stattfand, und zu speziell angelegten Aussichtspunkten, von denen aus das Geschehen beobachtet werden konnte. Diese Landschaft ist von ästhetischer, kulturhistorischer und biologischer Bedeutung und hat die Jahrhunderte überdauert. Die Parforcejagdlandschaft in Nordseeland wurde 2015 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Landschaft ist nicht nur ein wertvolles Erbe der Vergangenheit, sondern bietet auch eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Radfahren und Reiten.

Das Jagdschloss Eremitage in der Mitte des Jagdgebietes Jægersborg Dyrehave.
 

Steilküste von Stevns Klint

Stevns Klint ist eine Steilküste aus Kreide und Kalkstein im Südosten der dänischen Insel Seeland. Sie wurde 2014 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die 16 Kilometer lange und 41 Meter hohe Steilküste ist eine der beeindruckendsten Landschaften Dänemarks und bietet einen herrlichen Blick auf den Schiffsverkehr in Richtung Øresund sowie nach Schweden und zur Øresundbrücke. Die Klippen bestehen aus Schreibkreide und Kalk, die sich vor 65 Millionen Jahren bildeten, als Dänemark vom Meer bedeckt war. Die Schreibkreide enthält Fossilien von Tieren, die einst auf dem Meeresboden lebten, wie Seeigel und Muscheln, während der harte Mooskalk als Baumaterial verwendet wurde. Hangrutschungen können entstehen, wenn Überhänge oder lose Blöcke herabstürzen. Zwischen Schreibkreide und Mooskalk liegt Fischlehm, der von einer Katastrophe zeugt, die die Hälfte der damaligen Flora und Fauna einschließlich der Dinosaurier auslöschte. Im Stevns Museum ist eine Ausstellung über das Welterbe Stevns Klint zu sehen, in der Fossilien ausgestellt sind und gezeigt wird, wie der Mensch jahrhundertelang mit dem Kreidefelsen gelebt hat.

Die 15 Kilometer langen und bis zu 40 Meter hohen Kreidefelsen der Steilküste von Stevns Klint.
 

Dänisches Wattenmeer

Das Dänische Wattenmeer erstreckt sich entlang der dänischen Westküste und umfasst die dänischen Inseln Rømø, Koresand, Mandø und Fanø. Es grenzt im Süden an die Insel Sylt und den  Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Seit 2014 bildet es zusammen mit dem deutschen und dem Niederländischen Wattenmeer ein gemeinsames Welterbe. Beeindruckend ist das Gezeitenspiel im Wattenmeer, wenn zweimal täglich eine Milliarde Kubikmeter Wasser durch die Tiefen hin und her bewegt werden. Mal zeigt es sich als ruhiges, stilles Wasser, mal als tosendes Meer vor dem Deich. Das Wattenmeer ist voller Leben - in der Luft, im flachen Wasser, unter und auf der Wattoberfläche. Nirgendwo sonst in Dänemark sind im Frühjahr und Herbst so viele Zugvögel zu Gast wie hier - etwa 10 bis 12 Millionen. Das Wattenmeer ist auch ein idealer Lebensraum für Dänemarks wichtigste Fischarten und ein Fortpflanzungsgebiet für Meeräschen, die man in Schwärmen antrifft. Außerdem beherbergt es die größte Robbenpopulation Dänemarks.

Der Nationalpark Wattenmeer ist einer von fünf Nationalparks in Dänemark.