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Norwegen / Oslo / Vigeland Skulpturenpark

Der Vigelandpark in Oslo ist der größte Skulpturenpark der Welt, der von nur einem Künstler geschaffen wurde. Die umfangreiche Anlage ist der bekannteste Teil des beliebten Frognerparks auf dem Gebiet eines historischen Gutshofs aus dem 18. Jahrhundert. Der öffentliche Park beherbergt nicht nur eine einzigartige Rosen-Sammlung sondern vor allem die faszinierende Skulpturen-Landschaft des Gustav Vigeland.

Ein geschickter Verhandlungspartner

Der im Jahr 1869 geborene und 1943 verstorbene Bildhauer wurde bereits in jungen Jahren als Genie gefeiert. Er muss wohl auch ein geschickter Verhandlungspartner gewesen sein, denn er überzeugte in den frühen zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Stadt Oslo, ihm ein Haus zu überlassen, in dem er sein Atelier unterbringen konnte. In diesem Haus lebte und arbeitete Gustav Vigeland nahezu zwei Jahrzehnte und schuf Werke voller Phantasie und Kreativität. Seiner Heimatstadt versprach er, diese Skulpturen der Öffentlichkeit zugängig zu machen, um damit der Attraktivität Oslos zu dienen. Als er damit begann, auf dem weitläufigen Gelände des Frognerparks tätig zu werden, sollte dort zunächst lediglich ein Brunnen entstehen. Doch Vigelands Ideenreichtum kannte keine Grenzen – und so entstand ein Park, der wohl allen Besuchern den Atem raubt.

Steinerne Stationen des Lebens

Heute ist im Vigelandpark der sogenannte „Sinnataggen“ eines der am meisten fotografierten Motive Oslos. Es ist der berühmte „Zornige Junge“, ein Trotzkopf, der mit grimmigem Gesicht und geballten Fäusten auf einer Brücke steht. Diese Skulptur ist ein viel belächelter Hingucker nach dem Betreten des Parks und zählt zu den frühen Werken des Bildhauers. Insgesamt präsentiert Vigeland in „seinem“ Park nicht weniger als 212 Skulpturen aus Bronze und Stein. Diese Werke mit zum Teil gigantischen Ausmaßen entstanden zwischen 1907 und 1942. Etliche von ihnen sind als Symbole des menschlichen Daseins zu verstehen – es sind stumme Zeugen des Kreislaufs vom Werden bis zum Vergehen. Die Besucher des Parks begegnen dort ihren eigenen Lebensstationen, und nicht viele betrachten Vigelands Schöpfungen sehr nachdenklich.

Die Spiritualität des „Monolithen“

Der höchste Punkt des Vigelandparks ist dem „Monolith“ vorbehalten. Dabei handelt es sich um eine vierzehn Meter hohe Säule. An diesem kompakten Block aus Granit hatten drei Steinmetze nicht weniger als vierzehn Jahre lang unter der Beobachtung und Aufsicht des Meisters gearbeitet. 121 Figuren sind ineinander verkeilt und scheinen zum Himmel zu streben. Vigeland verstand diese Säule als Sinnbild für das Verlangen der Menschen, sich ihrem Gott zu nähern. Etliche Besucher sehen im „Monolith“ aber auch die Hoffnung, dank spiritueller Tugenden die Erfüllung des Lebens zu finden. Auf einer Fläche von 32 Hektar sind die Figuren von Mensch und Tier derart plastisch dargestellt, als würden sie sehr bald aus einem Dauerschlaf zum Leben erwachen. Vigeland entwickelte nicht nur diese Skulpturen sondern war auch verantwortlich für die gesamte Architektur des Parks. Allerdings konnte er ihn in seinen gesamten Ausmaßen nicht erleben, weil etliche Skulpturen erst sieben Jahr nach seinem Tod dort aufgestellt wurden. Erhalten geblieben ist Vigelands Atelier an der Südseite des Parks. Es ist heute ein viel besuchtes Museum.

Weitere Infos

Webseitevigeland.museum.no
Wikipediade.wikipedia.org
GPS-Koordinaten59.9267, 10.702