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Wenzelsplatz

Mit einer Länge von 700 Metern wirkt der Prager Wenzelsplatz eher wie eine Prachtstraße. Doch der zu den größten Plätzen Europas zählende Platz wurde einst als Marktplatz angelegt und blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Der im Mittelalter angelegte Platz war im Laufe der Geschichte Schauplatz zahlreicher bedeutender Ereignisse. Heute ist der zentral gelegene Platz ein beliebter Treffpunkt und touristischer Anziehungspunkt.

Die Entstehung und Gestaltung des Platzes

Mit Gründung der Prager Neustadt im Jahr 1348 wurde der heutige Wenzelsplatz angelegt, der anfänglich als Rossmarkt genutzt wurde. Der Platz war praktisch das Zentrum der Neustadt, denn er teilte diese in die untere und die obere Neustadt. Sowohl im 17. als auch im 18. Jahrhundert wurde der unter König Karl IV. angelegte Platz vergrößert. Zudem wurde zu dieser Zeit auch eine steinerne Statue des Heiligen Wenzels durch den Künstler Johann Georg Bendl angefertigt, die von nun an die Mitte des Platzes schmücken sollte. Es wird vermutet, dass die Statue im Jahr 1879 entfernt wurde und auf dem Gelände der Burg Vyšehrad aufgestellt wurde.

Eine markante Veränderung des Platzes brachte der Abriss der alten Stadtmauern im 19. Jahrhundert mit sich. Im Zuge der Entfernung der Stadtmauern wurden die Gräben aufgeschüttet und der Platz wurde an seinem oberen und unteren Ende deutlich verlängert. Dies sorgte auch dafür, dass der Platz heute einem Boulevard gleicht, denn mit der Verlängerung des Platzes wurden auch Linden gepflanzt, die den Platz flankieren. Mit dem Bau des Nationalmuseums in den Jahren 1885 bis 1890 erhielt der Platz an seinem oberen Ende einen baulichen Abschluss, der bis heute das Gesamtbild des Wenzelsplatzes prägt.

In den Jahren zwischen 1890 bis 1930 veränderte sich die Umgebung rund um den Wenzelsplatz maßgeblich, denn viele der heutigen Prachtbauten entstanden zu jener Zeit. Neben beeindruckenden Geschäftsbauten entstanden hier auch sehr schön gestaltete Wohnhäuser, die bis heute die Blicke auf sich ziehen.

Sehenswürdigkeiten auf und um den Wenzelsplatz

Das einstige Wenzelsdenkmal aus Stein fand nie mehr seinen Weg zurück auf den Wenzelsplatz, doch 1920 schuf der tschechische Künstler Josef V. Myslbak eine neue Reiterstatue des Heiligen Wenzels. Heute schmückt die aus Bronze gegossene Statue den Platz. Sie wurde zum Wahrzeichen Prags und gilt als berühmteste Statue des Landes. Wenzel sitzt als erster christlicher Märtyrer Böhmens hoch zu Roß und weitere böhmische Heilige umgeben den Sockel des Denkmals.

Ebenfalls ein Blickfang ist die gärtnerische Gestaltung des Platzes. Auf der Mitte des Platzes steht eine historische Straßenbahn, die an die bis 1980 verkehrende Straßenbahnlinie erinnert. Heute wird die Straßenbahn als Café genutzt.

Besonders sehenswert sind jedoch die zahlreichen architektonischen Perlen rund um den Wenzelsplatz. Einige der älteren Gebäude zeigen noch gotische und barocke Elemente. Der größte Teil der Bauten zeigt sich jedoch im Jugendstil, im Stil des Konstruktivismus und der Neorenaissance.

Zum Nachdenken regt hingegen das Mahnmal für Jan Palach und Jan Zajic an. Das Mahnmal findet sich unterhalb der Wenzel Statue. Der Student Jan Palach verbrannte sich im Jahr 1969 selbst auf dem Platz, um gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts zu protestieren. Einige Wochen später folge ihm Jan Zajic, der an der es ihm gleich tat.

Zudem finden sich rund um den Platz gute Einkaufsmöglichkeiten, gemütliche Cafés und tolle Restaurants. Wer Prag erkunden möchte, kann dies vom Wenzelsplatz aus gut tun, denn auch die Altstadt liegt nur wenige Gehminuten entfernt.

Weitere Infos

AdresseVáclavské nám., 110 00 Nové Město, Tschechien
GPS-Koordinaten50.0817, 14.4272