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Amrum

Top Sehenswürdigkeiten & Tipps 2021

 

Strandpiraterie war bis in die Anfänge des vergangenen Jahrhunderts entlang der Küste gang und gäbe. Zu karg war der Lebensunterhalt, als dass man sich von Mitgefühl oder Gesetzesgehorsam hätte aufhalten lassen. Spuckte die Nordsee ein Wrack aus, wurden die Toten verscharrt, und die wenigen Überlebenden konnten meist auch nicht mit Gnade rechnen. Alles Brauchbare verschwand innerhalb kürzester Zeit in den Häusern der Inselbewohner. Nicht selten wurde dem Schicksal gar nachgeholfen und ein Feuer am Strand entzündet, um vorbeifahrende Schiffe in die Irre zu leiten.
Auf Amrum nun, das damals noch seinen friesischen Namen Oom Ram trug, strandere angeblich ein Schiff, dessen Ladung aus Hunderten Flaschen Rum bestand – ein Segen für den männlichen Teil der Bevölkerung. Doch die Durstigen trieben es zu stark, denn nicht wenige soffen sich am Rum zu Tode. Und so erhielt Amrum seinen Namen.
Diese Geschichte ist wohl eher dem Reich der Legenden zuzuordnen. Aber gerade deshalb erzählt sie sich leichtzüngiger als die eher akademische Erklärung, dass Oom Ram für sandige Höhe steht, wodurch Amrums Geestkern und seine Dünen angemessen beschrieben sind.
Sicher allerdings ist, dass Amrum in alten Zeiten noch nicht seinen gewaltigen Strand, den Kniepsand, besaß. Die heute elf qm große Sandbank legte im Lauf der Jahrhunderte einen beträchtlichen Weg zurück – bildete sie doch im 16. Jahrhundert einen rechten Winkel mit der Insel, der sich mehr und mehr verringerte, bis der Landstreifen schließlich seine gegenwärtige Lage parallel zur Amrumer Westseite erreichte. In ihm hat die Insel im übrigen einen hervorragenden natürlichen Schutzwall gegen Sturmfluten. Heute erfreut der weite Kniepsand die Urlaubsgäste, besonders die kleinen, die hier nach Herzenslust buddeln und bauen dürfen – was im eleganten Sylt gar nicht gerne gesehen wird.

Amrum ist Natur pur

Hinter dieser phantastischen Urlaubslandschaft liegen ausgedehnte Dünenfelder, die dem Naturliebhaber das Herz höher schlagen lassen. Der tägliche Spaziergang über die Bretterwege durch die Sandhügel gehört zu den nachdrücklichsten Erlebnissen. Dünenlandschaft ist Traumlandschaft!
Und Amrum ist Naturlandschaft. Von Norddorf aus lassen sich naturkundliche Führungen in das Vogelschutzgebiet Amrum-Odde unternehmen. Oder man umwandert einfach die Odde immer am Wasser entlang. Auch hier – ähnlich wie an der Hörnum-Odde auf Sylt – nagt das Wasser.

Und immer wieder Seefahrergeschichten

Fünf kleine Dörfer, die in drei Gemeinden zusammengefasst sind, liegen verteilt auf nur 20 qkm. Amrum ist klein, überschaubar und beschaulich.
Der inoffizielle Wettkampf, welche der nordfriesischen Inseln das schönste Feriendorf besitzt, wird unentschieden ausgehen. Denn wie Keitum auf Sylt und Nieblum auf Föhr, so hat auch Nebel auf Amrum seine ganz eigenen Reize und Liebhaber. Unbestreitbar sehenswert ist auch Nebels Friedhof, in dessen Mitte die wuchtige St.-Clemens-Kirche steht. Wie überall auf den Inseln sind es Seefahrergeschichten, die auf den Grabsteinen erzählt werden. Von den Fahrten aufs Meer hinaus berichtet auch die Ausstellung im jüngst restaurierten Öömrang Hüs in Nebels Dorfmitte, das Heimatmuseum hingegen ist in einer alten, heute noch funktionstüchtigen Mühle am Ortsrand untergebracht.
300 Stufen sind zu erklimmen, um die grandiose Aussicht von Wittdüns höchstem Gebäude zu genießen. Auf dem 60 m hohen Leuchtturm liegt einem die nordfriesische Inselwelt zu Füßen. Der Blick geht über das geschwungene Sylt hinüber nach Föhr, das satt und zufrieden im Wattenmeer ruht, und weiter gen Süden, wo die Halligen sind.

Wandern auf Amrum

Amrum ist schon allein wegen seiner überschaubaren Größe ein ideales Wandergebiet. Die Tagestour beginnt am Fähranlager von Wittdün und folgt zunächst der Promenade, später geht man den Strand entlang. Ist die Südspitze der Insel auf diese Weise umrundet, sollte man auf jeden Fall dem Dünensee Wriakhörn, einem Vogelparadies, einen Besuch abstatten. Dann kann der Weg je nach Lust und Laune am Dünenrand oder unten am Wasser fortgesetzt werden.
Hinter der Satteldüne bei der Kinderheilstätte den Strand verlassen und in das Dorf Nebel laufen. Hier gibt es zahlreiche Gastwirtschaften, in denen der Spaziergänger den aufkommenden Hunger nach dem Laufen im Sand stillen kann. Doch auch die Clemenskirche mit ihrem wunderschönen Friedhof und die Museumsmühle mit der heimatkundlichen Ausstellung verdienen Beachtung. Im Anschluss an die Besichtigung geht es an der Wattenmeerseite von Amrum nach Steenode und dann zurück nach Wittdün. Gesamtstrecke: 15 km.

Von den ersten Überlegungen zum modernen Hafen

Neben den alten Inseldörfern Steenodde, Süddorf, Nebel und Norddorf gründete sich 1889 das Dorf Wittdün. Damit fiel der Startschuss für den Badebetrieb. In Wittdün entstanden bald ein Hotel sowie eine Landungsbrücke, aus welcher der heutige Fähranleger hervorging. Die Bucht vor Steenodde war seit jeher Amrums Ankerplatz. Aber einen Hafen mit dem heutigen Erscheinungsbild gab es vor 100 Jahren noch nicht. Neben dem alten Ankerplatz vor Steenodde lag zwischen der Sandbank Kniepsand und der Inselküste um 1930 zudem der Kniephafen, eine Anlegestelle für Austernfischer und Küstenschiffe. Diese versandete jedoch durch das Zusammenwachsen von Kniepsand und Amrum mehr und mehr und musste aufgegeben werden.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die Baupläne für einen Tonnen- und Zufluchtshafen in der Bucht zwischen Wittdün und Steenodde auf den Tisch. Der Hafen sollte zunächst als Bau- und Liegehafen für Fahrzeuge dienen, die Anfang der 1920er-Jahre für die Errichtung des Hindenburgdamms benötigt wurden. 1928 wurden die Tonnen von Steenodde nach Wittdün in den Seezeichenhafen umgelagert. Den bis dahin privat betriebenen Tonnenleger löste 1984 ein größeres staatseigenes Schiff ab. Derzeit werden weit mehr als 300 ausliegende Seetonnen, davon 49 Leuchttonnenpositionen, von Wittdün aus bearbeitet. Südlich des Tonnenhofs befindet sich ein geräumiger Sportboot- und Yachthafen mit etwa 50 Liegeplätzen für Boote von Gästen und Einheimischen. Steenodde besitzt darüber hinaus eine Anlegestelle für Kleinboote.

Inseldorf Wittdün

Im Wittdüner Hafen legen Fähren und Ausflugsschiffe an. Wittdüns besondere maritime Atmosphäre lädt zum Verweilen in einer Konditorei, zum gut Essen oder einfach zum Bummeln ein. Eine kleine Sandbucht schmiegt sich mit der Einkaufsstraße an das Inseldorf.
Die Wittdüner Wandelbahn startet am Hafen und endet an der Westseite am Badestrand.
Zwei Zeltplätze vervollständigen das Angebot an Unterkünften.

Freizeit

Der Deutsche Verband für Freikörperkultur e. V. unterhält einen eigenen Campingplatz, er liegt idyllisch in den Amrumer Dünen versteckt.
DFK-Zeltplatz, 25946 Wittdün/Amrum, Tel. 0 46 82/24 08; oder: Deutscher Verband für FReikörperkultur e. V., Uhlemeyerstraße 14, 30175 Hannover, Tel. 05 11/34 22 33.

Inseldorf Süddorf und Steenodde

Der Süddorfer Badestrand gilt als Geheimtipp. Das Ortsbild wird von zahlreichen Friesenhäusern und die Süddorfer Mühle geprägt.
Steenodde liegt am Wattenmeer zwischen Nebel und Wittdün. Mit zwei Restaurants hat Steenodde kulinarisch einiges zu bieten.

Inseldorf Nebel

Das älteste Dorf der Insel wird vom Turm der St. Clemenskirche überragt. Die Schicksale friesischer Kapitäne erzählen die Inschriften alter Grabsteine auf dem Friedhof. Ein weitgehend erhaltenes Kapitänhaus kann im über 250 Jahre alten Öömrang Hüs von innen besichtigt werden.
Die denkmalgeschützte Mühle aus dem 18. Jahrhundert ist als kleines Museum eingerichtet.

Kunst, Kultur, Brauchtum

Heimatmuseum

In einer über 200 Jahre alten Mühle mit viel Atmosphäre illustriert die Ausstellung die unterschiedlichen Aspekte des Lebens auf der Insel. Auch die Tradition der Seefahrerei wird in dem kleinen Museum lebendig.
Tel. 0 46 82/15 12, geöffnet Montag bis Mittwoch 10 bis 12 Uhr und Donnerstag bis Sonntag 15 bis 18 Uhr.

Übernachten

Traumurlaub unter dem Reetdach ist auch im überaus malerischen Friesendorf Nebel auf Amrum möglich. Zahlreiche Ferienwohnungen sowohl in restaurierten als auch in neuerbauten Friesenhäusern versprechen einen stilechten Aufenthalt.
Auskünfte: Kurverwaltung Nebel, Kirchenweg 1a, 25946 Nebel/Amrum, Tel. 0 46 82/8 81, Fax 29 99, mittlere Preisklasse.

Inseldorf Norddorf

Norddorf bietet wechselnde Landschaften und die dörfliche Infrastruktur eines Heilbads. Viele Unterkünfte stehen zur Verfügung. In der Fußgängerzone befinden sich Konditoreien, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Auch Minigolf kann gespielt werden.
Im Westen befindet sich die Dünenlandschaft und die Nordsee. Richtung Osten erstrecken sich Felder und Wiesen bis zum Wattenmeer. Im Süden von Norddorf wird von Wald und Heide umgeben. Zum besonders reizvollen Naturschutzgebiet Amrumer Odde an der Nordspitze der Insel gelangt man durch die Marschwiesen und über den Deich. Von hier aus beginnen naturkundliche Führungen und Wattwanderungen.
Der Badestrand mit Hundestrand und FKK-Bereich ist vielseitig.

Essen und Trinken

Ual Öömrang Wiartshüs

Richtig urig sieht das Alte Amrumer Wirtshaus mit seinem Reetdach aus. Die Innenräume sind mit Delfter Kacheln geschmückt. Spezialität sind hier vor allem Fischgerichte.
Brätlunn 4, Tel. 0 46 82/8 36, geöffnet täglich 11 bis 13.30 und 17 bis 24 Uhr, Küche bis 21 Uhr, mittlere Preisklasse.

Übernachten

Hotel-Restaurant Hüttmann

Das Haus, das sich seit über 100 Jahren in Familienbesitz befindet, wurde jüngst renoviert. Die Zimmer sind einfach, aber äußerst geschmackvoll und in warmen Tönen eingerichtet.
Ual Saarepswal 2-6, 25952 Norddorf/Amrum, Tel. 0 46 82/9 22-0, Fax 0 46 82/9 22-1 13, mittlere Preisklasse.

Pension Friedrich Flor

Norddorf verfügt über eine ganze Reihe hervorragender Pensionen. Eine davon ist das Haus von Friedrich Flor. Die Übernachtungspreise entsprechen dem Amrumer Standard.
Ual Saarepswai 11, 25946 Norddorf/Amrum, Tel. 0 46 82/26 31, Fax 42 01, mittlere Preisklasse.

Leuchttürme – Wächter der Küste

Hoch und weithin sichtbar ragen sie in den Himmel. Ob rot-weiß oder schwarz-weiß gestreift, sie sind typisch für diese Landschaft. Landmarke und festes Seezeichen – Leuchttürme sind beides. Tag und Nacht sind sie den Menschen auf See, aber auch an Land eine sichere Orientierungshilfe.
Im oberen Teil des Turms befindet sich ein Leuchtfeuer, dessen Licht stark gebündelt wird. Dadurch ergibt sich eine große Reichweite – im Allgemeinen gut zwanzig Seemeilen. Die Türme unterscheiden sich nicht nur in der Anordnung und Breite der Streifen, sondern vor allem in der Kennung, das heißt der Abfolge ihrer Lichtsignale. Hatten sie früher eigene Wärter, die an Ort und Stelle wohnten, so werden die Leuchttürme heute größtenteils fernüberwacht.
Der höchste Leuchtturm an der deutschen Nordseeküste wurde im Jahr 1875 auf einer 27 Meter hohen Düne auf Amrum errichtet und hat eine Reichweite von 23 Seemeilen. Das 63 Meter hohe Bauwerk ist für Besucher zugänglich und kann über knapp 300 Stufen erklommen werden. Zur Belohnung eröffnet sich vom Rundbalkon ein weiter Blick über das ganze nördliche Wattenmeer.

Ratgeber Amrum

Reisetipps & nützliche Informationen über Amrum.

Anreise und Unterkunft

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