Das Haus Kammerzell ist ein FAchwerkhaus aus dem 15. JAhrhundert und eines der bekannteyten Gebäude Straßburgs. Es liegt direkt neben dem Münster und beherbergt heute ein Hotel und Restaurant,

Ursprünglich wurde das Haus 1427 gebaut, später aber mehrmals umgebaut. Der erste Umbau datiert aus dem Jahr 1467. Damals wurde das Erdgeschoß aus Stein errichtet, das bis heute erhalten ist und gut sichtbar. Ab 1589 wurden die drei Etagen darüber gebaut. Sie kragen leicht aus, stehen also über die erste Etage hinaus. Sie sind reich verziert, mit üppigen Schnitzereien versehen, die auch heute noch die Besucherinnen und Besucher beeindrucken. Darüber befinden sich weitere drei Etagen unter dem Dach.

Reich verzierte Holzfassade

Die Schnitzereien an der Fassade sind eine Mischung aus sakralen und profanen Elementen. Sie zitieren sowohl biblische Szenen, nehmen aber auch Anklang an der griechisch-römischen Antike – und auch aus dem Mittelalter. Ende des 19. Jahrhunderts, konkret im Jahr 1892, wurde das Maison Kammerzell umfassend saniert und restauriert, kurze Zeit später wurde der Maler Léo Schnug damit beauftragt, im Inneren des Gebäudes Wandmalereien anzubringen. Seit 1905 sind diese Gemälde dort zu sehen.

Lange Geschichte

Durch das dunkle Holz und die fein ziselierten Schnitzereien ist das Haus ein echter Blickfang in Straßburg und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten. Es gilt weltweit als eines der schönsten Fachwerkhäuser und zählt zur Epoche der Spätgotik. Das besondere im Vergleich zu ähnlichen Gebäuden aus der Zeit, wie dem Knochenhaueramtshaus in Hildes heim und dem Salzhaus in Frankfurt am Main, ist das Maison Kammerzell in seiner Originalsubstanz erhalten.

Besondere Atmosphäre

Im Herzen Europas, unweit der Kathedrale von Straßburg steht das Haus und repräsentiert die stolze, jahrhundertealte Pracht der Stadt. 75 Glasfenster, sogenannte cul-de-bouteille, Butzenfenster, lassen das Licht in die Räume und zaubern eine ganz besondere Atmosphäre. Im Erdgeschoß ist der Saal Léo Schnug, benannt nach dem Namen des Künstlers, der 1904 die allegorischen Fresken an den Wänden malte. Die Wandmalereien tragen Namen: „Narrenschiff“, „Henkersmahlzeit“ oder „Tantalosqualen“. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass das Caveau den Ruf als die schönste Weinstube Straßburgs genießt.
Im ersten Stock haben Besucher Aussicht auf das Münster von Straßburg und dessen zartrosa Spitzen. Im Alkoven im ersten Stock als auch im Bischofssalon und im Salon Vigneron (dem Winzer-Salon) dringt gedämpftes Licht durch die Butzenscheiben. Man fühlt sich wie ein Gast aus einem anderen Jahrhundert.

Hotel und Restaurant

Heute befindet sich im Haus Kammerzell ein Hotel und ein Restaurant. Nur neun Zimmer sind es, die sind aber nach heutigem Standard eingerichtet und bieten Besucherinnen und Besuchern jeglichen Komfort. Im Restaurant bekommen Gäste die besten französischen Köstlichkeiten, zum Beispiel Presskopf, Coq au Riesling, Waedele und vieles mehr. Guy-Pierre Baumann ist der begnadete Chefkoch, der die Tradition mit völlig neuen Ideen zusammenbringt und seine Gäste mit Speisen nach streng geheimen Rezepten verwöhnt.