Hofbräuhaus München

Schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist das 1607 fertiggestellte und seit 1828 auch für die Öffentlichkeit zugängliche Hofbräuhaus am „Platzl“ mitten in der Münchner Altstadt die wohl weltweit berühmteste Adresse für authentischen bayerischen Biergenuss. Täglich ab 9.00 Uhr servieren in Tracht gekleidete Kellnerinnen und Kellner 3.000 bis 30.000 Gästen meist im Maßkrug gereichtes Bier vom Staatsbetrieb „Hofbräu München“.

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„In München steht ein Hofbräuhaus…“

Als ausgerechnet der Berliner Komponist Wilhelm „Wiga“ Gabriel 1935 das weltberühmte Trinklied komponierte, wussten vermutlich weder er noch seine Zeitgenossen, dass das Hofbräuhaus in München im Grunde genommen aus der Not geboren wurde. Man mag es heute kaum glauben, aber bis zum Auftrag des Herzogs von Bayern Wilhelm V. zum Bau des Hofbräuhauses Ende September 1589 kam das meiste in Bayern getrunkene Bier für teures Geld aus Norddeutschland (Einbeck) sowie Franken, Hessen und Sachsen.

Um die Qualität des frisch vor Ort gebrauten Gerstensafts zu gewährleisten, lockte man im Jahr 1612 einen Einbecker Braumeister nach München, der dort fortan Bier nach Einbecker Art produzierte. Der Münchner Dialekt machte aus dem „Ainpöckisch Bier“ schnell „Bockbier“, das bis 1818 nur vom Münchner Hofbräuhaus hergestellt werden durfte.

Sogar Lenin trank gerne Bier im Hofbräuhaus

Zwischen den 1850er und 1870er Jahren wurde im Hofbräuhaus auch Weißbier gebraut. Etwa zur gleichen Zeit sorgte die schnell steigende Popularität beim Publikum unter den benachbarten Münchner Wirten und weiteren Stadtbrauern für viel Neid und Eifersucht. Da ab dem Ende des 19. Jahrhunderts auch immer mehr Besucher von außerhalb und dem Ausland ins Hofbräuhaus strömten, wurde der Brauereibetrieb schließlich 1896 in den seit 1995 ebenfalls gastronomisch genutzten „Hofbräukeller“ in Haidhausen verlegt. An der Stelle des abgerissenen Sudhauses und abgebrochenen Verwaltungsgebäudes wurden im September 1897 die „Schwemme“ mit heute 1.000 Sitzplätzen und der Gaststättenbereich eröffnet.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte das Hofbräuhaus immer wieder auch als Versammlungsort politischer Parteien überregional beachtete Schlagzeilen. Hier riefen am „Palmsonntag“ im April 1919 die Betriebs- und Soldatenräte die kommunistische Münchner Räterepublik aus. Nicht ganz ein Jahr später im Februar 1920 erfolgte vor Ort die Gründung der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)“.

Das Hofbräuhaus hat zwei Weltkriege überlebt

Bei einem alliierten Luftangriff auf München kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Hofbräuhaus bis auf die Schwemme im Erdgeschoss fast vollständig zerstört. Pünktlich zum 800-jährigen Stadtjubiläum Münchens 1958 eröffnete die so traditionsreiche Institution wieder ihre Pforten. Nach der letztmaligen großen Restaurierung und Sanierung samt Umbau im Jahr 2004 werden pro Tag gut 5.000 Liter Bier zu kulinarischen Klassikern wie Kalbsbrieswurst, Leberkäse, Schweinsbraten sowie Schweinshaxe und Weißwürsten konsumiert.

Weitere Infos

Adresse Platzl 9, 80331 München
GPS-Koordinaten 48.1407946,11.6037185
Telefon +49 89290136100
Webseite www.hofbraeuhaus.de
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