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Norwegen / Oslo / Rathaus

Das Rathaus der norwegischen Hauptstadt Oslo gilt als repräsentatives Wahrzeichen der norwegischen Unabhängigkeit. Besucher der norwegischen Stadt sollten sich unbedingt Zeit nehmen, das geschichtsträchtige Gebäude zu besuchen. Weltweit bekannt ist das Rathaus von Oslo nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass hier jährlich die Verleihung des Friedensnobelpreises stattfindet.

Entstehung des Gebäudes

Die Auflösung der Union mit Schweden war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte Norwegens. Dieses geschichtsträchtige Ereignis führte im Jahr 1905 zu dem Beschluss, dass die neu gewonnene Unabhängigkeit, besonders gefeiert und ein Bauwerk geschaffen werden sollte, welches die Geschehnisse präsent hält. Es dauerte bis ins Jahr 1914, bis der Bürgermeister Oslos das Projekt durch eine Spendensammlung vorantrieb. Um die passenden Architekten für dieses prestigeträchtige Projekt wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben aus dem die Architekten Arnstein Arneberg und Magnus Poulsson hervor.

Doch aufgrund des Ersten Weltkriegs und Finanzierungsproblemen dauerte es noch bis ins Jahr 1931, bis der Grundstein gelegt werden konnte. Die Architekten mussten insgesamt acht Entwürfe anfertigen, bis der finale Plan stand. Zwar konnten im Jahr 1939 erste Räume bezogen werden, jedoch sorgte der Zweite Weltkrieg dafür, dass das die Bauarbeiten unterbrochen werden mussten. Aufgrund dieser Tatsache konnte erst am 15. Mai 1950 die offizielle Einweihungsfeier stattfinden.

Stilistisch sticht das Rathaus klar hervor, denn es wurde eine Mischung zwischen Nationalromantik, Funktionalismus und pathetischem Klassizismus geschaffen. Das Rathaus besteht aus einem Mittelbau, in dem die repräsentativen Räume und das Stadtparlament untergebracht sind. Ergänzt wird das Gebäude von je einem Turm im Osten und im Westen, die als Bürogebäude genutzt werden. Die Türme weißen eine Höhe von 66 Metern bzw. 63 Metern auf. Insgesamt bietet das Gebäude eine Nutzfläche von 38.000 Quadratmetern.

Kunstvoll gestaltete Innenräume

Nicht nur bei der Außengestaltung wurde wert auf die Details gelegt, sondern auch die Innenräume sollten eine besondere Note bekommen. Mit dem Ziel Kunst, Geschichte und Kultur Norwegens in die Gestaltung mit einfließen zu lassen, wurde 1936 ein Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung der Innenräume durchgeführt. Hier wurde Wert darauf gelegt, dass alle Materialien aus Norwegen stammen.

Auch die Innengestaltung musste aufgrund des Zweiten Weltkriegs unterbrochen werden. Entsprechend kam es dazu, dass der Überfall durch die deutschen Soldaten im Jahr 1940 bei der Gestaltung mit eingebracht werden konnten und sich auch dieses Ereignis in den Fresken des Baus wiederfindet. Die Fresken wurden von mehreren namhaften norwegischen Künstlern erstellt. Unter anderem wurde die Ostwand durch den norwegischen Maler Alf Rolfsen gestaltet. Jedes einzelne Fresko beschäftigt sich gezielt mit einem Thema, sodass die Fresken alle Facetten der norwegischen Geschichte aufgreifen.

Besonders bekannt sind die Festgalerie und der Bankettsaal, da diese für offizielle Anlässe genutzt werden. Unter anderem findet sich im Osloer Rathaus auch das Werk „Leben“ von Edvard Munch. Wer die Möglichkeit hat, die Räume des Rathauses zu besichtigen, sollte sich diese nicht entgehen lassen, denn die Ausgestaltung sorgt dafür, dass Besucher durchaus auf politische Geschehnisse hingewiesen werden und gleichzeitig konnten sich hier die großen norwegischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verewigen, sodass durchaus auch kunstinteressierte Besucher der Faszination des architektonisch außergewöhnlichen Gebäudes nicht entziehen können.

Weitere Infos

Webseitewww.oslo.kommune.no
Wikipediade.wikipedia.org
GPS-Koordinaten59.9121, 10.7337