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Giardino di Boboli

Diese Schönheit inmitten der barocken Zeugnisse einer großen Historie ist vergänglich, doch sie lässt in jedem Frühjahr das frische Grün eines Neubeginns sprießen. Dies ist ein ganz besonderes Kleinod unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt Florenz – der Boboli-Garten im Schatten der herben Mauern des Palazzo Pitti.

Wenn die Bäume in diesem Park sprechen könnten, dann würden sie vermutlich von jener Zeit erzählen, als Eleonora di Toledo, die Gattin des Cosimo de Medici, im Jahre 1549 die besten Landschafts-Architekten der damaligen Zeit beauftragte, den Bereich hinter dem trutzigen Palazzo zu gestalten. Nach wenigen Jahren entstand dort das Paradebeispiel eines Renaissance-Gartens der italienischen Prägung.

Ein Garten mit 32.000 Quadratmetern

Manches hat die Jahrhunderte überdauert, und wie eh und je steigt der Park „Giardino di Boboli“ sanft hinauf zum Palazzo und erstreckt sich mit seinen 32.000 Quadratmetern ziemlich genau in die Richtung der Porta Romana. Die ersten Pläne des Parks entstanden in der Ideenschmiede des Architekten Niccolò Tribolo, ehe sich nach dessen Ableben Giorgio Vasari und Bartolomeo Ammannati der Sache annahmen. Die Sprösslinge der Familie Medici, die in Florenz Kirchen und Klöster, Palazzos und Patrizierhäuser errichten ließen und einen großen Einfluss auf die Gesellschaft ihrer Stadt und der toskanischen Region hatten, empfanden offenbar große Sympathien für den Garten Boboli an der Peripherie von Florenz. Und als der Glanz der Medici verblasste, weil sich kein Nachfolger fand, setzten die Lothringer deren Arbeit fort.

Die Grotte des Buontalenti

Wege und Wälder, Grotten, Teiche und Skulpturen. Sie alle prägen diesen vielleicht charmantesten Flecken der interessanten Stadt an den Ufern des Arno. Wer das kleine Wunder der Natur besucht, der erblickt in dem Garten so etwas wie ein Freiluftmuseum der Kultur, vollgepackt mit den Werken großer Meister. So steht der Wanderer im sogenannten Amphitheater sowie in den sich anschließenden drei Grotten unvermittelt vor der Skulptur „Venere uscente dal bagno“. Es ist die berühmte „Venus nach dem Bade“ von Giambologna. Diese Grotte wurde nach Bernardo Buontalenti benannt, der als 16-Jähriger bei einer Überschwemmung seine Angehörigen verlor und von Cosimo I. aufgenommen wurde. Später wurde aus ihm ein ideenreicher Architekt der Renaissance und ein erfinderischer Geist. Buontalenti entwarf auch Bühnenbilder und Kostüme für das Teatro Mediceo der Uffizien.

Ein Obelisk aus Heliopolis

Herzog Cosimo I. leistete sich, wie so manche Adelige ihrer Zeit, einen Hofnarren. Er hieß Pietro Barbino, und ihm wurde im Garten Boboli eine Statue gewidmet. Sie zeigt ihn am Bacchus-Brunnen in der Gestalt eines römischen Weingottes. Das Amphitheater erhebt sich an der Stelle, wo es vor der Ausgestaltung dieses Parks einen Steinbruch gab. Der lieferte die groben Blöcke für die Fassade des Palazzo Pitti. Auch im Amphitheater gibt es zahlreiche Statuen und als Mittelpunkt der Anlage einen ägyptischen Obelisken. Der stand ursprünglich in Heliopolis und wurde durch Pharao Ramses II. zu Ehren des Schöpfungsgottes errichtet. So, wie manche andere Obelisken, wurde auch dieser über Rom nach Florenz transportiert.

Ein Pavillon im Stil des Rokoko

Ein fotogenes Motiv ist im Garten Boboli der malerische Pavillon, der im Stil des Rokoko gestaltet wurde. Das sogenannte „Kaffeehaus“ mit einem Brunnen, das den griechischen Helden Ganymede zum Vorbild hatte, entstand im Jahre 1775. Wer sich für die Vielfalt des Porzellans interessiert, dem wird das kleine Museum gefallen, das in einem Haus am Rande des Rittergartens untergebracht ist. Im westlichen Bereich der weitläufigen Gartenanlage gingen den Planern offenbar die Ideen aus, denn der besteht fast ausschließlich aus einem Wald, durch das eine breite Allee führt. An deren Ende breitet sich ein kleiner See aus, die Isolotto. Der Oceanus Brunnen ist ein Werk des Giambologna, der ursprünglich aus Flamen stammte, sich auch als Jean de Boulogne einen Namen machte und einer der bedeutendsten Hofbildhauer der Medici war.

Öffnungszeiten

  • Montag: 08:15–18:30 Uhr
  • Dienstag: 08:15–18:30 Uhr
  • Mittwoch: 08:15–18:30 Uhr
  • Donnerstag: 08:15–18:30 Uhr
  • Freitag: 08:15–18:30 Uhr
  • Samstag: 08:15–18:30 Uhr
  • Sonntag: 08:15–18:30 Uhr

Weitere Infos

AdressePiazza de' Pitti, 1, 50125 Firenze FI, Italien
Telefon+39 055 23885
Webseitewww.uffizi.it
GPS-Koordinaten43.7625, 11.2484