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Hamburger Michel

Die Hauptkirche St. Michaelis, bekannter als Hamburger Michel, ist eines der berühmtesten und traditionsreichsten Wahrzeichen der Hansestadt. Das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Landeskirche an der Englischen Planke gilt als eine der prachtvollsten Barockkirchen Norddeutschlands und wurde nach Zerstörungen durch Brand und Krieg mehrfach wieder aufgebaut. Sehenswert sind die als Deutschlands größte geltende Turmuhr, die barocke Innenausstattung sowie die Krypta mit Grabstätten bekannter Hamburger. Eine Turmbesteigung zu Fuß oder mit dem Aufzug ist möglich.

Über den Dächern Hamburgs

Die evangelische St. Michaelis Kirche unweit des Hafens und der Landungsbrücken ist das Wahrzeichen Hamburgs. Mit ihrem 132 Meter hohen Turm, der der viele Gebäude der Innenstadt überragt, scheint sie von überall präsent und dient insbesondere für die auf der Elbe nach Hamburg fahrenden Schiffe als Orientierungspunkt. Überdies wartet der Turm mit einer Aussichtsplattform auf. Diese ist den Besuchern zugänglich und bietet auf etwa 82 Metern Höhe einen spektakulären Blick über die Stadt.

Die größte Turmuhr Deutschlands

Eine weitere Besonderheit ist die größte Turmuhr Deutschlands, die knapp unterhalb der Aussichtsplattform angebracht ist. Sie wartet mit insgesamt acht Metern Durchmesser auf, wobei schon allein der große Zeiger knapp fünf Meter misst. Sie wurde bereits 1911 in Betrieb genommen, später auf Elektrobetrieb umgestellt und seit dem Jahr 1994 über Funk gesteuert. Als neobarockes Klangdenkmal zählen zudem die fünf Kirchenorgeln, insbesondere wegen ihrer besonderen Klangfarbe. Ihre Melodie können die Besucher jeden Mittag ab 12 Uhr erleben, wenn der Orgelspieler eine Viertelstunde auf dem Instrument Klänge zum Besten gibt.

Musik spielt auch der „Türmer vom Michel“. Nach einem alten Brauch bläst dieser einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen auf seiner Trompete. Das Spektakel wird werktags zweimal und an den Sonn- und Feiertagen jeweils einmal täglich zelebriert.

Ein Blick in die Geschichte

Das Wahrzeichen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im 1600 Jahrhundert wurde erstmals der „kleine Michel“ erbaut. Dieser diente als Filialkirche nahe einem Pestfriedhof außerhalb der Stadtmauern. Erst um 1650 wurde der Bau an seinem heutigen Platz auf dem Gebiet der früheren St. Michaelis Kapelle errichtet.

Doch der stolze Sakralbau fiel bereits zweimal verheerenden Bränden fast komplett zum Opfer. Bei ihrem Wiederaufbau nach dem letzten Brand wurde die alte äußere Form auf Wunsch der Bürger beibehalten. Die Konstruktion ist feuerfest und besteht aus Beton und Stahl und konnte im Jahr 1912 originalgetreu endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Doch auch im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude nicht verschont, denn im Jahr 1945 wurde das Hauptschiff durch einen Bombenangriff getroffen und erneut schwer beschädigt. Der Kirchturm überstand den Krieg jedoch unbeschadet. Seit den 1980er Jahren wird der Sakralbau kontinuierlich renoviert. Hierzu zählen unter Anderem die Erneuerung des Turms, des Kupferdachs, die Renovierung der Krypta sowie eine Innensanierung.

Weitere Infos

AdresseEnglische Planke 1, 20459 Hamburg, Deutschland
Telefon+49 40376780