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Suomenlinna

Jede halbe Stunde legt vom Marktplatz Kauppatori das Boot zur Festungsinsel Suomenlinna ab. Die mächtige Festung wurde im 18. Jahrhundert als Bollwerk zur Verteidigung gebaut. Gleich sechs Schäreninseln hat sie vor der finnischen Küste in Beschlag genommen. Heute ist die Festungsinsel ein geschätztes Erholungs- und Museumsgebiet der Helsinkier und ihrer Gäste.

Zwischen Kanonen – vor den Toren der Stadt

Die Fähre hat auf Iso Mustasaari, einer von insgesamt sechs Festungsinseln, angelegt. Unter den Ankömmlingen sind Einheimische, bepackt mit Rucksack, Decken, Brot und Wein. Sie nehmen sofort Kurs auf die felsigen Ufer und suchen ein Plätzchen für Picknick oder für ein Sonnenbad in den zahlreichen Grünanlagen. Man kennt sich aus, weiß um die die versteckten Winkel. Anders die Touristen – sie orientieren sich zunächst auf der Karte und staunen über die Weitläufigkeit der Festungsinseln.

Zwischen alten Sandbankwällen genießen sie ein Sonnenbad, andere haken zielstrebig die Sehenswürdigkeiten ab – Kinderwagen rumpeln über grobe Steine, Besucher tragen Eistüten durch’s Gebiet. Umherstreifen scheint die einfachste Art, sich mit der Festung Suomenlinna vertraut zu machen.

Im Geschichtsbuch geblättert

Ab 1748 ließ der schwedische König eine der gewaltigsten Inselfestungen der damaligen Zeit errichten. Eine schwedischsprachige Inschrift an der Pforte verweist auf den einstigen strategischen Wert der Festung: „Sveaborg… verleiht dem Weisen Macht auf See und Land“. Die Worte stammen von Augustin Ehrensvärd, einem Artillerie-Offizier, dem der schwedische König 1747 die Bauleitung der Festung übertrug. Innerhalb von 40 Jahren entstand ein weitläufiges Festungssystem, dessen Schießscharten bis zu 1300 Kanonen aufnehmen konnten.

Doch auch beste Festungsbaukunst konnte die für Schweden schmachvolle Kapitulation nicht abwenden. Im Jahre 1809 jubelte Zar Alexander I. – Finnland war nun russisches Großfürstentum. Schwere Zerstörungen richtete der Krimkrieg im Jahre 1855 an. Nach der Oktoberrevolution übernahmen im Mai 1918 die Finnen das Kommando. Viapori wurde in Suomenlinna – Finnlands Burg – umbenannt.

Startschuss für das faszinierendste Freizeitgebiet Helsinkis

1972 ging Suomenlinna endgültig in zivile Verwaltung über. Jeder Krieg scheint fern – es geht friedlich zu. Grünflächen und abgeschliffene Felsufer bieten zahlreiche Gelegenheiten für ein Picknick im Freien. Baustil und Farbe einer lang gestreckten Kaserne künden vom Zepter des russischen Zaren. Massive Granitmauern gewähren Schutz. Granitene Zeugen aus der schwedischen Herrschaft geben den Ton an. Bollwerke und gut erhaltene Kasematten wechseln mit abgerundeten Verteidigungswällen – plumpe 11-Zoll-Geschütze ragen gen See.

Kinder tummeln sich vor dem blank geriebenen Stahl und schätzen die Verwendung als Klettergerüst. Auch das Trockendock der Werft ist beeindruckend: Eingesprengt in eine angestaute Meeresbucht, muss es Zeitzeugen wie ein Wunderwerk vorgekommen sein. Heute dümpeln dort alte Holzschiffe, liebevoll gepflegt von den Bewohnern.

Auf der Insel herrscht Kurzweil: Es gibt das Ehrensvärdsmuseum, das Suomenlinna-Museum, das Kriegsmuseum, das Zollmuseum, das Küstenartilleriemuseum, ein Spielzeugmuseum und das U-Boot Vessiko.

Tipps und Wissenswertes

  • Nach Suomenlinna gelangt man am besten mit der Fähre, die das ganze Jahr zwischen Marktplatz und Festungsinsel pendelt. Vom Boot bieten sich kontrastreiche Bilder: verträumte Sommerhäuser und Villen, Bollwerke, Werft- und Hafenlandschaften und das Panorama des Helsinkier Zentrums.
  • Das Restaurant „Walhalla“ ist einen Besuch wert. Errichtet zwischen 1949 und 1951, liegen die Haupthallen in einer der Kasematten und bieten eine tolle Atmosphäre. Die Speisen sind köstlich.
  • Die Finnen schätzen die historisch bedeutsame Insel vor den Toren Helsinkis. Nur wenigen ist es vergönnt hier zu leben. Das Eiland beherbergt 850 Einwohner.
  • Im Jahre 1991 ist Suomenlinna/Sveaborg von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.