Sylt

Die Insel Sylt

Sylt ist mehr als die Insel der Reichen und Schönen. Im Sommer tummeln sich viele Familien an den traumhaften Stränden. Wahre Inselliebhaber kommen erst im Herbst, wenn die tosenden Wellen an den Strand gespült werden und eine frische Brise weht.

Die Prominenz trifft sich schon seit Jahrzehnten in Kampen und die Ruhesuchenden ziehen sich in die östlichen Urlaubsgebiete am Watt zurück. Sylt bietet für jeden Geschmack etwas und gehört zu den Lieblingsinseln der Deutschen.

Westerland: Die Inselmetropole mit Flaniermeile

Wer die Insel besucht, der kommt zuerst in der Inselhauptstadt Westerland an. Da ist es egal, ob er nun traditionell mit dem Autozug kommt oder mit Bahn oder Flugzeug anreist. In Westerland befinden sich der Flughafen, der Bahnhof und die Autoverladestelle.

Doch man sollte der quirligen Inselhauptstadt auch so einen Besuch abstatten. Das Herzstück von Westerland ist die Friedrichsstraße. Sie führt unmittelbar vom Bahnhof direkt zum Stadtstrand und ist die Flaniermeile der Insel. Hier sitzt man gemütlich in den Straßencafés und beobachtet das bunte Treiben oder bummelt an den unzähligen Boutiquen vorbei.

Das Angebot ist vielfältig und kann mit den namhaften deutschen Einkaufsstraßen durchaus konkurrieren. Direkt am Stadtstrand steht die berühmte Muschel. In der Konzerthalle finden regelmäßig Musikveranstaltungen statt und sonntags singt hier der Sylter Chanty Chor.

Kilometerlange Sandstrände und erstklassige Hotels

Westerland ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch für einen längeren Urlaub geeignet. Hier findet der Besucher alles, was das Herz von Urlaubern höher schlagen lässt. Tagsüber relaxt man an den kilometerlangen Sandstränden. Hier finden FKK-Liebhaber ebenso einen eigenen Strandabschnitt, wie Surfer oder Hundebesitzer.

Den kleinen Hunger zwischendurch stillt man an den bekannten Fischbuden und wer es edel mag, der lässt sich in den vornehmen Restaurants ein mehrgängiges Menü servieren. Die Inselhauptstadt bietet Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Familien mit Kindern kehren in den komfortablen Apartments in Strandnähe ein.

Wer es beschaulich mag, der wählt die klassische Frühstückspension und der gut betuchte Urlauber entscheidet sich für das Nobelhotel mit eigenem Wellnessbereich. An Regentagen wartet die Sylter Welle auf Besucher. Hier kann man saunieren oder sich im Wellenschwimmbad treiben lassen. Abenteuerlustige stürzen sich über mehrere Rutschbahnen hinunter in die Tiefe. Am Abend kann man im Casino sein Glück versuchen.

Rantum: Naturparadies und ein Szenetreff am Strand

Rantum war ein idyllisches Örtchen und die meisten Urlauber rasten früher achtlos hindurch, um den Inselsüden zu erreichen. Doch dann eröffnete das Restaurant „Sansibar“ am Rantumer Strand und wurde Übernacht zum Szenetreff der Insel. Im Sommer tummeln sich hier hunderte Urlauber und genießen die berühmte Sansibar-Currywurst oder einen der edlen Weine. Sansibar ist mittlerweile ein eigenes Label. Auch seine Poloshirts werden in der ganzen Republik getragen.

Es lohnt sich übrigens mal ein paar Kilometer Richtung Dorfmitte zu wandern. Hier findet man noch ruhige Strandabschnitte oder kann ganz klassisch in einer Strandsauna entspannen. Rantum bietet sehr gute Ausflugsmöglichkeiten für Radfahrer. Der Inselradweg führt von Westerland über Rantum direkt in den Süden der Insel.

Das Rantumer Becken, eine Quelle und ein uriger Hafen

Zu den schönsten Naturparadiesen der Insel zählt das Rantumer Becken. Das umrundet man am besten mit dem Fahrrad. Dabei kann man unzählige Vogelarten singen hören und Deichlämmer am Flutsaum beobachten. Direkt am Becken liegt der Campingplatz mit der schönsten Aussicht der Insel. Wer es komfortabler mag, der übernachtet im Dorfhotel mit Swimmingpool und Kinderbetreuung. Das Mineralwasser der Insel stammt aus der Rantumer Quelle. Die Quelle kann besichtigt werden und neben erfrischendem Wasser kann man auch leckeren Kuchen probieren. Ein weiteres Idyll ist der Rantumer Hafen. Hierher kommen nur wahre Inselkenner. Das Fischbrötchen schmeckt hier genauso gut. Allerdings ist es günstiger als in den Szene-Fischbuden und man kann es ganz in Ruhe genießen. Dabei blickt man auf die kleinen Boote, die im Hafenbecken hin und her schaukeln.

Hörnum: Ein ruhiges Plätzchen im Inselsüden

Hörnum gehört zu den schönsten Orten der Insel. Direkt vor der Südspitze treffen sich das Wattenmeer und die offene Brandung. Die Südspitze nennt sich Hörnum Odde. Sie verändert sich jedes Jahr, denn die Stürme setzen der Landspitze zu. Immer wieder nimmt sich das Meer ein Teil des Sandes und macht den Ort immer kleiner. Die Ortsbewohner kämpfen mit allen Mitteln gegen die Sturmfluten, aber oft leider vergeblich.

Bei schönem Wetter kann man die Südspitze umwandern. Wer sich hierher zurückzieht, der sucht die Ruhe, setzt sich an den Flutsaum, hört das Meer rauschen und gibt sich dieser rauen Landschaft hin. Auch die Aussicht hat es in sich, denn man kann hinüber bis nach Amrum und Föhr schauen. Inmitten der Dünen liegt ein bekanntes Restaurant. Das Herzstück der Insel ist der Leuchtturm. Er ist schon von weitem zu sehen und traditionell rot und weiß gestreift.

Sandstrände und ein lebendiger Hafen

Hörnum ist bekannt für seine kilometerlangen Sandstrände. Auch die sind genau aufgeteilt. Die einen Urlauber lassen Drachen steigen und die anderen Urlauber toben mit ihrem Vierbeiner herum. An der Südspitze weht immer ein leichter Wind. Es ist also ratsam sich einen Strandkorb zu mieten. Darin kann man windgeschützt die Sonne genießen. Unmittelbar am Leuchtturm liegt der belebte Ortsstrand. Hier findet man Souvenirbuden und man kann sich kulinarisch verwöhnen lassen.

Wer allerdings die frischesten Meerestiere der Insel probieren will, der sollte zum Hafen herübergehen. Hier kann man die Krabben und Muscheln direkt vom Kutter kaufen. Im Hafenimbiss kommt der Fisch direkt vom Kutter in die Pfanne. Es lohnt sich übrigens mal einen Blick in das Hafenbecken zu werfen. Das ist die Heimat von Seehund „Willi“, der hier schon seit Jahren lebt und die Touristen lautstark um Fisch anbettelt. In der Saison findet im Hafen regelmäßig ein Flohmarkt statt. Dreimal am Tag starten die Ausflugsdampfer zu Erkundungsfahrten rund um die Südspitze.

Besonders beliebt sind die Abendfahrten mit Happy-Hour-Angeboten an Bord. In der Saison fahren die Boote täglich zu den Nachbarinseln Föhr und Amrum. Auch Fahrten zu den Halligen und zu den Seehundsbänken werden in Abständen angeboten.

Das verschlafene Munkmarsch und die Heide von Braderup

Im Osten der Insel war noch nie viel los. Hier treffen sich ruhesuchende Urlaub, die lieber abseits der Touristenorte verweilen. Der urigste Ort der Insel ist Munkmarsch. Der Hafen hat seine Ursprünglichkeit bewahrt. Hier kann man noch ganz alleine am Meer verweilen und einen Ausflug ins Wattenmeer machen. Wunderschöne Wanderwege führen am Watt entlang. Mit Braderup reiht sich nördlich ein weiteres Naturparadies an.

Die bekannte Heide liegt in unmittelbarer Strandnähe. Urlauber wandern über Holzstege und über lilablühende Flächen voller Erikapflanzen hinweg und mit Glück huscht sogar die ein oder andere Echse vorbei. Von der Heide führt ein Weg an den Strand. Von hier hat man ein tolles Panorama auf die mit Reet gedeckten Strandhäuser und kann bei gutem Wetter bis nach Dänemark hinüberschauen.

Keitum und Tinnum im Osten der Insel

Gleich hinter der Verladestelle am Bahnhof von Westerland liegt Tinnum. Im Ortskern ist die Zeit stehengeblieben. Hier liegen einige private Ferienwohnungen. Familien mit Kindern zieht es in den Tinnumer Tierpark. Wer nach Tinnum fährt, der will aber in erster Linie einkaufen. Im Gewerbegebiet von Tinnum reihen sich Discounter und Supermärkte aneinander. Es gibt sogar ein Kaufhaus, ein Outlet-Center einer namhaften deutschen Gebäckfabrik und ein großer Secondhand-Laden.

Am Abend wird es hier richtig voll, dann erledigen die Urlauber ihre täglichen Einkäufe. Wesentlich ruhiger geht es in Keitum zu. Laut wird es in dem Dorf nur, wenn mal wieder ein Flugzeug im Anflug auf Westerland ist. Ansonsten bummelt man durch den malerischen Ortskern. Vereinzelt warten friesisch eingerichtete Teestuben und Restaurants auf Besucher. Auch einige Boutiquen liegen hinter den Türen der Reetdachhäuser.

Ein Muss für Besucher ist der Ausflug zur Keitumer Kirche. Das Gotteshaus liegt direkt am Wattenmeer und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Insel. In der Saison finden hier regelmäßig Konzerte statt.

Morsum: Das Dorf mit dem berühmten Kliff

Morsum bildet die östliche Spitze der Insel. Hier beginnt der Hindenburgdamm und führt hinüber zum Festland. Das Dorf liegt abgeschieden. Am Straßenrand bieten die letzten Bauern der Insel Eier und frisches Gemüse an. Die Touristen fahren meist achtlos vorbei, denn die Hauptattraktion liegt am Wattenmeer. Das Morsumer Kliff zieht jährlich tausende Urlauber an. Es besteht aus weißem, braunem und kupferroten Sand und Sandstein und überragt meterhoch das Wattenmeer.

Die meisten Urlauber kommen nur zum Fotostopp und wandern oberhalb des Kliffes über einen Holzsteg zum Aussichtpunkt. Echte Syltkenner wählen den unteren Weg direkt am Watt entlang. Hier kann man hautnah erleben, wie die Stürme dem Kliff jährlich zusetzen. Es wird kleiner und kleiner und bei Flut führt der Wanderweg durch das Wasser. Wer das wahre Kliff erkunden will, der braucht festes und wasserdichtes Schuhwerk und mindestens zwei Stunden Zeit.

Das familienfreundliche Wenningstedt

Wenningstedt ist das Familienbad der Insel. Hier liegen zahlreiche Ferienapartments und Hotels. Der kleine Ortskern beheimatet ein paar Souvenirläden und einige Restaurants. An der Promenade essen tagsüber die Familien und am Abend treffen sich hier die Insider, die Kampen gerne mal den Rücken kehren, schlürfen Austern und trinken Champagner. Der Strand lädt zum Relaxen und Wandern ein.

Nach Norden führt er direkt am Kampener Kliff vorbei in den Nobelort. Nach Süden erreicht man schnell die Inselhauptstadt Westerland. Traditionell spielt man in Wenningstedt Minigolf. Die kleine Anlage im Zentrum zieht schon seit Jahrzehnten Besucher an. In der Saison lockt der Fremdenverkehrsverein mit zahlreichen Veranstaltungen. Dann finden auch regelmäßig Flohmärkte statt.

Der Nobelort Kampen und der nördlichste Ort Deutschlands

Hinter Wenningstedt liegt der Nobelort Kampen. Hier tummelt sich Deutschlands Prominenz. Bundestrainer Löw joggt am Strand entlang, Günter Jauch entspannt im Strankorb und Lothar Matthäus führt seine schöne Begleitung aus. Hier trifft man an jeder Ecke einen Star und nirgendwo sonst parken so viele Luxuskarossen auf engstem Raum.

Im Ortskern kochen nur Sterneköche in den Restaurants und in den Boutiquen findet man die neusten Kollektionen weltberühmter Designer. Tagsüber sonnt man sich am Strand der „Buhne 16“. Abends zieht man sich in den Klub „Rotes Kliff“ zurück oder tanzt in der Diskothek „Pony“. Da kommt natürlich nur ausgewähltes Publikum hinein. Direkt hinter Kampen beginnt eine atemberaubende Dünenlandschaft. Hier liegt mit List der nördlichste Ort Deutschlands. Der Ort wurde durch den Gosch dem Fischer berühmt. Vor Jahrzehnten kochte er noch selber hinter einem Bretter-Imbiss. Heute unterhält Gosch Fischrestaurant in ganz Deutschland und auf Kreuzfahrtschiffen.

Fähren nach Dänemark und ein Ellenbogen

Der Lister Ellenbogen bildet die Nordspitze der Insel. Außerhalb der Saison begegnet man hier nur Schafen. Die Dünenlandschaft ist einzigartig und die Strände haben karibisches Flair. Baden ist hier allerdings strengstens verboten. Aber man kann begleitet von einem maritimen Panorama vom Leuchtturm List West zum Leuchtturm List Ost wandern.

Am Anfang des Ellenbogens liegt die bekannte Bambusbar. Die einstige Haltestelle lockt heute mit Cocktails zum Sonnenuntergang. Vom Lister Hafen aus fährt mehrmals täglich eine Fähre nach Dänemark. Die Sylter Reiseagenturen bieten Ausflugsfahrten ins Legoland nach Billund an. Morgens, mittags und abends fahren zudem Ausflugschiffe rund um den Ellenbogen oder zu den Seehundbänken. Auch ein Kutter lockt mit Piratenfahrten für Kinder. Der ganze Hafen ist ein beliebter Treff für Urlauber und Insulaner. Die alte Tonnenhalle beheimatet heute eine Vielzahl an Geschäften und Buden.