Die Deutsche Kirche

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Die Deutsche Kirche am malerischen Hafenkanal ist die älteste in Göteborg. Eigentlich wird sie als „Christinenkirche“ geführt – in Erinnerung an die historische Königin Kristina. Diese war die Tochter des Königs Gustav Adolf II. Im protestantischen Schweden sorgte sie Heiligabend des Jahres 1654 für einen Skandal, als sie im protestantischen Schweden zum Katholizismus übertrat. Später verzichtete sie auf den Thron, lebte viele Jahre im Vatikan und wurde dort als eine von wenigen Frauen in den Grotten des Petersdoms begraben.

Auf dem Lilla Berget, dem Kleinen Berg, wurde die Tyska Kyrkan in Göteborg errichtet. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Gotteshauses befindet sich das Rathaus und das Verlagsgebäude des Handelsblattes. Die Einweihung der Kirche fiel im Jahr 1648 mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Westfälischen Frieden zusammen. Schon König Gustav II. hatte den Bau genehmigt, weil sehr viele Deutsche den Weg nach Schweden suchten und um den Bau einer Kirche baten, wo in ihrer Sprache gepredigt wurde. Allerdings mussten sich die jeweiligen Pfarrer verpflichten, allein die Lehre Luthers zu verbreiten.

Die ursprüngliche Form der Deutschen Kirche blieb nach zwei Großbränden nicht erhalten. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie mit ihren eindrucksvollen Fenstern erst im Jahr 1788. Einige dieser originalen Fenster mit den Darstellungen von Propheten und Evangelisten wurden bei einem Bombenanschlag auf das Rathaus zerstört. Seit 1961 ist die Deutsche Kirche um ein Glockenspiel am Kirchturm reicher. Dort erklingt viermal am Tag eine Melodie. Aus der Frühzeit des Gotteshauses blieb eine sehenswerte Kollekten-Truhe erhalten. Altar und Kanzel wurden durch das Testament eines Großkaufmanns finanziert.